1. März 2018

Sterbebegleitung im Fokus

Menschen mit Demenz leben in ihrer letzten Lebensphase meist völlig in ihrer eigenen Welt. Deswegen stellt die Sterbebegleitung von Menschen mit Demenz oft eine besondere Herausforderung dar. Im Rahmen der Umsetzung der Bayerischen Demenzstrategie bot die Gesundheitsregion plus Stadt und Landkreis Hof bereits zum zweiten Mal einen Vortrag zum Thema „Sterbebegleitung bei Menschen mit Demenz“ an. Der Zuspruch zeigte wieder das große Interesse an Information. Um die 70 Zuhörer hatten sich im Sana Klinikum Hof eingefunden, um sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

„Wir möchten einen kleinen Überblick geben über das, was als gesichertes Wissen über das Sterben von Menschen mit Demenz und ihren Bedürfnissen gilt und auch über die Angebote der Hilfe und Unterstützung in der Region“,  führte die Organisatorin Ute Hopperdietzel von der Gesundheitsregion plus in das Thema ein. Ihr Dank galt Anja Kley, Marketingleiterin des Sana Klinikum Hof, welches nach den Kliniken Hochfranken nun beim zweiten Vortrag die Rolle des Gastgebers übernommen hatte.

Hauptreferent des Abends war Norbert Lummer, er ist Koordinator beim Hospizverein Hof e.V. „Bestenfalls soll den schwerstkranken Menschen kein Ortswechsel mehr zugemutet werden“, so der Experte. Zuwendung, Wertschätzung, Nähe und Kontinuität der Beziehung seien besonders wichtig. Oft helfe einfach nur das Dasein oder auch das Vorspielen geliebter Musik. Wichtig sei es insbesondere, Informationen über die Biografie des Erkrankten rechtzeitig in Erfahrung zu bringen. Sollte der Betroffene nicht mehr in der Lage sein, sich zu äußern, könne man ihm so trotzdem letzte Wünsche erfüllen. Lummer gab viele interessante Hinweise und beruhigte abschließend,  „niemand macht bei der Sterbebegleitung etwas falsch, wenn man einfach nur seinem Herzen folgt.“ Zudem könne man sich jederzeit Hilfe holen, so Lummer. Der Hospizverein Hof e.V. mit seinen ehrenamtlichen geschulten Mitarbeitern biete kostenfrei Unterstützung im häuslichen Bereich, im Pflegeheim, im Hospiz und auch auf der Palliativstation im Krankenhaus.

Von ihren persönlichen Erfahrungen berichtete die ehrenamtliche Hospizbegleiterin Monika Lang, die den Hospizkreis im Haus Saalepark in Schwarzenbach an der Saale koordiniert. „Wichtig ist es, Vertrauen schon durch Besuchsdienste aufzubauen, um dann den Menschen besser in der Sterbephase begleiten zu können“, so die erfahrene Hospizbegleiterin. Der Leiter der SAPV (Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung) Hochfranken Matthias Roth informierte über deren Arbeit. Unter bestimmten Voraussetzungen werden nach einer ärztlichen Verordnung und Genehmigung durch die Krankenkasse die Kosten übernommen. SAPV-Teams bieten Beratung, sind rund um die Uhr erreichbar, kommen nach Hause, auch zusätzlich zu ambulanten Pflegediensten, die die Grundversorgung anbieten. Sie kümmern sich um krankheitsbedingte Symptome wie z.B. Schmerzen, Übelkeit, Atemnot. Dr. Silke Pietsch ist Leiterin der Palliativstation des SANA Klinikum Hof. Sie riet zu Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. „Es ist so wichtig, all diese Dinge rechtzeitig bei klarem Verstand zu regeln. Damit ist es für Angehörige und Ärzte später leichter, Entscheidungen zu treffen und nicht nach mutmaßlichen Willen handeln zu müssen“, so die Ärztin.

Ute Hopperdietzel zog am Ende des Abends Bilanz: „Der Abend hat gezeigt, es gibt keine festen Regeln der Sterbebegleitung. Man kann die Begleitung der Menschen mit Demenz und die Sterbekultur durch umfassende Information über Möglichkeiten und Hilfeangebote stetig weiter verbessern. Dabei möchten wir alle Bereiche, die Pflege und Betreuung, die Hospizarbeit und auch die Palliativpflege insbesondere in Bezug auf Menschen mit Demenz mehr ins Gespräch bringen.“

Foto von links: Ute Hopperdietzel, Gesundheitsregion Stadt und Landkreis Hof, Monika Lang, ehrenamtliche Hospizbegleiterin, Matthias Roth, pflegerischer Leiter SAPV Team Hochfranken, Norbert Lummer, Koordinator Hospizverein Hof e.V., Dr. Silke Pietsch, Leiterin Palliativstation SANA Klinikum Hof

Wichtige Kontaktdaten:
Hospizverein Hof e.V., Ambulanter Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst, Münch-Ferber-Str. 1, 95028 Hof, 09281/ 7719000 oder 0173/3531109 , Koordinator: Norbert Lummer
Hospizverein  Bad Steben-Naila-Selbitz e.V., Neulandstr. 12, 95119 Naila,  Tel. 0151 - 578 304 27, Koordinatorin: Margarete Jahn (war entschuldigt)
SAPV Team Hochfranken, August-Mohl-Straße 35, 95030 Hof, 09281/54938-0
SAPV, Palliativ Care Team Bamberg, Stützpunkt Naila, 0951/50316888, zuständig für Altlandkreis Naila

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1. März 2018


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