Landrat Dr. Oliver Bär

Politik und Bürgerservice - im Auftrag der Bürger.

Seit dem 1. Mai 2014 lenkt der am 25.01.1977 in Hof geborene Jurist die Geschicke des Landkreises. Der CSU-Politiker ist ein „Urgewächs“ des Landkreises. Aufgewachsen auf dem elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb in der Gemeinde Berg, den er 2005 übernahm, absolvierte er ein Jurastudium in Bayreuth, das er mit dem zweiten juristischen Staatsexamen abschloss. Vor seiner Wahl zum Landrat war er als Jurist in einer Münchner Rechtsanwaltskanzlei tätig.

Dem Landrat fallen vielfältige Aufgaben zu. Unter anderem vertritt er den Landkreis und das Landratsamt nach außen, hat die Dienstaufsicht über das Staats- und Kreispersonal, ist rechtlicher Leiter des Staatlichen Schulamts und ist für den Erlass dringlicher Anordnungen zuständig und verantwortlich.

Interview mit Landrat Dr. Oliver Bär

Herr Dr. Bär, Sie sind seit dem 1. Mai 2014 Landrat des Landkreises Hof. Wie lautet lhre bisherige Bilanz sowohl für lhre eigene Arbeit als auch für die Entwicklung des Landkreises?

Bilanzen zu ziehen ist meine Sache nicht. Mir liegt es am Herzen unsere Region, meine Heimat stets weiterzuentwickeln, etwa durch Investitionen in die Bereiche Infrastruktur und Wissen. Deshalb treiben wir etwa den Breitbandausbau und den Ausbau unserer Schulen und Hochschulen voran.

Sie sind in Hof geboren und in Berg aufgewachsen, begleiten den Landkreis also seit über 40 Jahen. Welche regionalen Gegebenheiten und Ereignisse sind lhnen am lebendigsten in Erinnerung geblieben?

Ein Ereignis steht über allem: Der Fall der Mauer. Unsere Region hat in besonderer Weise unter dem Bau der Mauer gelitten und hat den Fall der Mauer in besonderer Weise gefeiert. Die Wiedervereinigung war unser Glücksmoment in der Geschichte und hat uns ganz neue Perspektiven eröffnet.

Was hat sich seither für den Landkreis und in ihm verändert?

Die Veränderungen zu beschreiben wäre bücherfüllend. Einer von vielen Punkten: Wir sind in den Mittelpunkt gerückt, im Zentrum der Nord-Südachse Berlin/München und sind zugleich das Tor zu Osteuropa und den dortigen Absatzmärkten. Wir sind deshalb in wirtschaftlicher Hinsicht für die Logistikbranche ein hochinteressanter Standort geworden.

Ein weiteres einschneidendes Erlebnis für den Landkreis und seine Nachbarn war der große Brand im Frankenwald im August 2015, der zur Auslösung des Katastrophenalarms führte. Was ist lhnen aus dieser furchtbaren Situation am eindringlichsten im Gedächtnis geblieben?

Der große Einsatz unserer Ehrenamtlichen und der Zusammenhalt in der Region. Über 1.000 Einsatzkräfte haben verhindert, dass der Katastrophenfall zur Katastrophe wurde. Wir haben sehr viel ehrenamtliches Engagement, auf das wir stolz sein können. Das macht unsere Heimat stark.

Ein besonderer Schwerpunkt lhrer Arbeit liegt auf der Gesundheitspolitik. Was hat sich darin bislang verändert und welche Ziele haben Sie sich gesetzt?

Erstens erweitern wir unsere hervorragenden Kliniken Hochfranken, u. a. mit einer Investition über 38 Millionen Euro am Standort Naila. Die Kliniken Hochfranken genießen höchstes Vertrauen bei den Patienten und sind mit 840 Mitarbeitern ein wichtiger Arbeitgeber. Zweitens wollen wir ambulant und stationär - niedergelassene Ärzte und Kliniken - stärker miteinander vernetzen, so können u. a. Doppeluntersuchungen vermieden werden. Und drittens wollen wir die Veränderungen im Bereich der Versorgungslandschaft begleiten.

Das sogenannte Nord-Süd-Gefälle in Bayern ist ein oft diskutiertes Thema. Wie steht lhrer Meinung nach der Landkreis Hof in diesem Zusammenhang da und was könnte noch verbessert werden?

Unsere Region hat sich in den vergangenen Jahren positiv entwickelt. So ist in den letzten fünf Jahren die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten um mehr als 5.000 auf über 35.000 gewachsen. Unsere Arbeitslosenquote liegt heute unter dem bayerischen Durchschnitt. Darüber hinaus haben wir eine hohe Industriedichte in der Region.
Aber natürlich wollen wir uns weiterentwickeln. Wir werden den Bereich Forschung und Entwicklung mit Hilfe des Freistaates Bayern stärken, so etwa durch den Bau eines Wasserinstituts an unserer Hochschule und durch den Bau eines digitalen Gründerzentrums. Es fielen mir noch sehr viele weitere Wünsche ein, aber wir sind in vielen Punkten in guten Gesprächen mit dem Freistaat Bayern.

Was bedeutet Heimat für Sie und wie wollen Sie diese Zukunft umsetzen?

Heimat heißt für mich Verbundenheit, Wohlfühlen, Leidenschaft. Im Landkreis Hof haben Weltmarktführer ihren Sitz, zugleich sind wir landschaftlich besonders reizvoll, beherbergen zwei Tourismusdestinationen. Mein Ziel ist es, dass Stärken und Schönheit unseres Landkreises noch bewusster wahrgenommen werden.

Der Landkreis hat unglaublich viele schöne Ecken und tolle Gemeinden. Was macht Sie besonders stolz, wenn Sie an lhre Heimat denken?

Die Menschen. Fleißig, motiviert, Herausforderungen annehmend und dennoch zurückhaltend. Einfach liebenswert.

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