6. November 2019

Schülerprojekte in Mödlareuth vorgestellt

Zwei Schülerprojekte sind im Rahmen der Veranstaltungen des Deutsch-Deutschen Museums Mödlareuth zum 30. Jahrestag des Mauerfalls in Mödlareuth vorgestellt worden. Präsentiert wurden die Ergebnisse zweier Themenbereiche, die in den Schulen bearbeitet worden sind. Zum einen haben sich in einem länderübergreifenden Projekt jeweils zehn Schülerinnen und Schüler des Johann-Christian-Reinhart-Gymnasiums Hof, des Christian-Gottlieb-Reichardt-Gymnasiums Bad Lobenstein, der Johann-Georg-August-Wirth-Realschule Hof und der Dr.-Christoph-Hufeland-Oberschule Plauen mit dem Komplex „November ´89 – was war da?“ befasst. Im Mittelpunkt dieses Projektes standen die lokalen Grenzöffnungen im bayerisch-sächsisch-thüringischen Vogtland, die nach dem Fall der Mauer und die damit verbundenen Veränderungen im westdeutschen wie auch ostdeutschen Grenzraum. In einer multiperspektivischen Vorgehensweise sollten dazu Akten, Zeitungsberichte, Filme und Fotos von den Schülerinnen und Schülern ausgewertet und Zeitzeugeninterviews geführt werden.

Neben den Vorbereitungen zur Schaffung neuer Grenzübergänge und den damit feierlichen Eröffnungsveranstaltungen standen die unmittelbaren Veränderungen im Alltag der Bewohner beiderseits der Grenze und die retrospektive Wertung der Ereignisse im Vordergrund. Durch die Frage nach Wandlungsprozessen während der vergangenen 30 Jahre und gegebenenfalls noch immer bestehenden „Einschränkungen“ hinsichtlich des Zusammenwachsens der Nachbarbundesländer Bayern – Sachsen – Thüringen wurde der Bezug zur Gegenwart und der Lebenswirklichkeit der Schüler geschaffen. Zum anderen beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler der Freien Montessori-Volksschule Berg und der Freien Montessori-Gemeinschaftsschule Bad Lobenstein mit dem Thema „Alltag im Grenzgebiet“. Die Ergebnisse der Projekte sind in eine Sonderausstellung eingeflossen, die bis zum 31. März 2020 im Deutsch-Deutschen Museum Mödlareuth zu sehen sein wird.

Hintergrund:

Während der Fall der Mauer in Berlin am 9. November 1989 weltweite Beachtung fand und einen festen Platz im kollektiven Gedächtnis eingenommen hat, spielen die Öffnung der innerdeutschen Grenze und die in der Folgezeit stattgefundenen lokalen Grenzöffnungen im Vergleich zu Berlin eine doch eher untergeordnete Rolle im öffentlichen Bewusstsein. Mit den Schülerprojekten und der Ausstellung möchte das Deutsch-Deutsche Museums Mödlareuth öffentlichkeitswirksam auf diese historischen Ereignisse hinweisen und einen Beitrag dazu leisten, dass sie in der gesamtdeutschen Erinnerungskultur besser wahrgenommen werden. Das Schülerprojekt Ausstellung „November´89 – was war da?“ ist ein dezentrales Teilprojekt im Rahmen des Europäischen Kulturerbe-Siegels Netzwerk „Stätten des Eisernen Vorhanges“, das von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert wird.

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6. November 2019


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