11. Juni 2026

Psychische Gesundheit in Unternehmen

Die psychische Gesundheit der Beschäftigten ist Voraussetzung für Produktivität und Zukunftsfähigkeit von Unternehmen – das war die Kernbotschaft einer Online Veranstaltung, die die Wirtschaftsförderung des Landkreises Hof gemeinsam die Gesundheitsregion plus Hofer Land unlängst gemeinsam veranstalteten.

Wie der Zuspruch zeigt, bewegt das Thema die Verantwortlichen in den Betrieben. Rund 30 Unternehmensvertreterinnen und -vertreter nahmen am Online-Seminar „Zwischen Pflicht und Führungsaufgabe: Psychische Gesundheit im Unternehmen neu denken“ teil. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen praktische Umsetzungsmöglichkeiten der seit 2014 für Arbeitgeber gesetzlich verpflichtenden psychischen Gefährdungsbeurteilung, Gründe für ein möglichst frühzeitiges Handeln (z. B. Reduktion von Fehlzeiten, Fluktuation und Leistungseinbußen) sowie konkrete Schritte zur Umsetzung. Referenten waren Ralf Wuzel (Mitgründer von DieGesundheitsStrategen), Daniel Pusch (Gesundheitsökonom und Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Stressprävention) und Prof. Sandra Neumayr Sopp (Präsidentin des Verbands Psychologischer Berater).

 

Die Wirtschaftsförderer des Landkreises Hof, Klaus Gruber und Andreas Zuber (von links), und der Geschäftsstellenleiter der Gesundheitsregion plus Hofer Land, Simon Basedow, haben die Online-Veranstaltung zur psychischen Gesundheit im Unternehmen gemeinsam auf die Beine gestellt und stehen für Fragen zum Thema gerne zur Verfügung.

 

Referent Ralf Wuzel warnte, nicht erst bei Krisen zu reagieren: „Die psychische Gesundheit der Mitarbeiter ist keine Wohlfühlfrage, sondern grundlegende Arbeitsvoraussetzung.“ Den Teilnehmern wurde auf den Weg gegeben, auch die vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung nicht als Pflichtveranstaltung zu sehen, sondern diese als zielgerichtetes Steuerungsinstrument zu nutzen und sowohl auf organisationaler als auch individueller Ebene daraus Maßnahmen abzuleiten. Prof. Neumayr Sopp stellte dabei eine Sichtbarkeitslücke in den Unternehmen bei psychischen Belastungen fest. Diese werde getragen von einer fehlenden Mental Health Literacy, also mangelnder psychischer Gesundheitskompetenz bei Führungskräften, von der nach wie vor vorhandenen Stigmatisierung psychischer Erkrankungen und vom Fehlen vertraulicher Anlaufstellen in Unternehmen. Aus den bestehenden rechtlichen Vorgaben ergibt sich für Unternehmen ein Dreiklang an Anforderungen: Ableiten von Maßnahmen aus der Gefährdungsbeurteilung, Umsetzung der Maßnahmen sowie Prüfung und Dokumentation deren Wirksamkeit (als Nachweis im Ernstfall). Pusch betonte in seinem Vortrag, dass oft mit überschaubaren Mitteln bereits wirksame Verbesserungen erzielt werden können.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Übersicht über sofort umsetzbare Maßnahmen, wobei an erster Stelle immer eine Reifegradprüfung des Unternehmens stehen sollte: Existiert eine gelebte psychologische Gefährdungsbeurteilung? Gibt es eine vertrauliche, nicht-disziplinarische Anlaufstelle? Sind Reaktionswege im Krisenfall definiert?

Weitere Informationen zum Thema bieten die Veranstalter Gesundheitsregion plus Hofer Land (gesundheitsregionenplus@landkreis-hof.de) und Wirtschaftsförderung Landkreis Hof (wirtschaft@landkreis-hof.de)-

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11. Juni 2026