6. Juli 2026

Offizieller Startschuss für das Naturschutzgroßprojekt „Grünes Band Dreiländereck“ in Mödlareuth

Mit einer feierlichen Auftaktveranstaltung ist heute in Mödlareuth der offizielle Startschuss für das Naturschutzgroßprojekt „Grünes Band Dreiländereck Bayern – Sachsen – Thüringen“ gefallen. Auf Einladung des Bund Naturschutz in Bayern gaben der Bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder, die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, Bettina Hagedorn, Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber, der Sächsische Staatssekretär Ulrich Menke, die Thüringer Staatssekretärin Karin Arndt sowie die beiden Landräte aus Bayern und Thüringen, Dr. Oliver Bär und Christian Herrgott den symbolischen Auftakt für das länderübergreifende Naturschutzvorhaben.

 

Das im Bundesprogramm „chance.natur“ geförderte Projekt verfolgt das Ziel, wertvolle Lebensräume entlang des Grünen Bandes dauerhaft zu sichern, zu entwickeln und über die Ländergrenzen hinweg zu vernetzen. Das rund 6.500 Hektar große Projektgebiet erstreckt sich über den Landkreis Hof, den Vogtlandkreis und den Saale-Orla-Kreis entlang der ehemaligen innerdeutschen sowie der deutsch-tschechischen Grenze.

Landrat Dr. Oliver Bär, zugleich Vorsitzender des Zweckverbands Deutsch-Deutsches Museum Mödlareuth, unterstrich die besondere Symbolkraft des Veranstaltungsortes: „Mödlareuth steht wie kaum ein anderer Ort für die Überwindung der Teilung Deutschlands. Das Grüne Band verbindet heute nicht nur Lebensräume, sondern auch Menschen und Regionen. Es macht Geschichte erlebbar, stärkt den Naturschutz und bietet zugleich Chancen für den Tourismus und die regionale Entwicklung.“

Der Bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder bezeichnete das Grüne Band als Symbol für den gelungenen Wandel: „Aus dem einstigen Todesstreifen ist ein Lebensband geworden. Was früher trennte, verbindet heute Menschen, Regionen und Natur. Gemeinsam wollen wir diesen einzigartigen Naturraum erhalten und zugleich die Anerkennung als UNESCO-Kultur- und Naturerbe erreichen.“

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Übergabe der Förderurkunde für die erste Projektphase. Bis Ende Oktober 2028 wird ein Pflege- und Entwicklungsplan erarbeitet, der die naturschutzfachlichen Potenziale des Gebietes analysiert und konkrete Maßnahmen für die anschließende Umsetzungsphase vorbereitet. Für das Planungsprojekt stellt der Bund rund 813.000 Euro zur Verfügung.

Projektträger ist das Nationale BUND-Kompetenzzentrum Grünes Band des Bund Naturschutz in Bayern e. V. Vorsitzender Martin Geilhufe erläuterte: „Wir bauen auf vorhandenen Erkenntnissen auf und ergänzen diese durch umfangreiche Kartierungen. So schaffen wir eine fundierte Grundlage, um das Grüne Band langfristig als wertvollen Naturraum zu sichern. Gleichzeitig verfolgen wir das Ziel, das Grüne Band als UNESCO-Weltkultur- und Weltnaturerbe zu etablieren. Mödlareuth ist dafür der ideale Ort, weil hier Geschichte und Naturschutz auf einzigartige Weise zusammenkommen.“

Mit der Übergabe der Förderurkunde und der Enthüllung eines Kunstwerks an der ehemaligen Grenzanlage in Mödlareuth wurde der Projektauftakt symbolisch besiegelt. Das Kunstwerk steht für die enge Zusammenarbeit der drei Freistaaten Bayern, Sachsen und Thüringen beim Erhalt einer der bedeutendsten Biotopverbundachsen Europas.

Das Naturschutzgroßprojekt setzt bewusst auf Kooperation und Freiwilligkeit. Kommunen, Eigentümer, Landwirte und weitere Akteure werden eng in die Planung eingebunden. Damit soll das Grüne Band als Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten ebenso erhalten werden wie als lebendiges Erinnerungs- und Zukunftsprojekt im Herzen Europas.

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6. Juli 2026