10. März 2026

Oberfränkisches Bauernhofmuseum: Ausblick und Rückblick zum Saisonstart

Bei der jüngsten Sitzung des Zweckverbands Oberfränkisches Bauernhofmuseum Kleinlosnitz wurde auf das vergangene Museumsjahr zurückgeblickt und ein Ausblick auf die Planungen für das Jahr 2026 gegeben.

Es war die erste Verbandsversammlung unter Federführung der neuen Geschäftsleiterin Ulla Stumpf in Nachfolge von Hermann Seiferth. Zudem war es das letzte Mal, dass der bereits in den Ruhestand verabschiedete bisherige Museumsleiter Bertram Popp seinen Tätigkeitsbericht ablegte, sowie die erste Programm-Präsentation seiner Nachfolgerin Livia Forche. Im Anschluss wurde die erste Sonderausstellung der diesjährigen Museumssaison eröffnet.

Rückblick auf das Museumsjahr 2025

Auch im Jahr 2025 gab es wieder zahlreiche Veranstaltungen, Feste und Ausstellungen im Bauernhofmuseum. Insbesondere das traditionelle Backofenfest war sehr gut besucht. Im Rückblick auf die Ausstellungen 2025 hob Bertram Popp in seinem Tätigkeitsbericht die Himmelbetten-Ausstellung hervor, die die hohe Qualität der eigenen Sammlung des Museums gezeigt habe.

Die Besucherzahlen des Jahres 2025 konnten nicht mit der sehr positiven Entwicklung des Jahres 2024 mithalten, als sich die Fotoausstellung „Hans – eine kleine Geschichte vom Glück“ gleich zum Saisonstart als wahrer Besuchermagnet erwiesen hatte. Im Vorjahresvergleich waren Rückgänge bei Einzelbesuchern, Gruppen, Kindern und Schülern zu verzeichnen. Erfreulich hoch blieb hingegen der Besuch von Familien. Als möglichen Grund für den Besucherrückgang nannte Geschäftsleiterin Ulla Stumpf das durchwachsene Wetter in den sonst besucherstarken Sommermonaten. Zudem fand das Museumsfest 2025 nicht statt, dass stets zahlreiche Gäste anzieht. In den Planungen für die neue Saison werden Museumspädagogik, Vermittlungs- und Netzwerkarbeit ein Schwerpunkt sein, wodurch auch mehr Besucher auf das Museum aufmerksam gemacht werden sollen.

Darüber hinaus beschloss die Verbandsversammlung unter anderem für 2026 geplante Maßnahmen zum Bauunterhalt. Zur Erhaltung und Sicherung der Gebäude des Bauernhofmuseums sind etwa die Instandsetzung der defekten Heizungsanlage, Malerarbeiten sowie Reparaturen am Eingangstor des Wirtschaftshofes, bei der Beleuchtung und am Strohdach nötig. Die Deckung der Kosten in Höhe von insgesamt 32.000 Euro erfolgt über den Verwaltungshaushalt, zudem werden beim Landesamt für Denkmalpflege und bei der Oberfrankenstiftung Zuschüsse für den denkmalpflegerischen Mehraufwand beantragt.

Ausblick der neuen Museumsleiterin: Geplantes Programm und Schwerpunktsetzung

Die neue Museumsleiterin Livia Forche gab einen Ausblick auf ihr erstes Jahresprogramm sowie ihre umfangreichen Planungen und Schwerpunktsetzung. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere Angebote für Kinder und Familien, die Vermittlungsarbeit und Museumspädagogik sowie die regionale und thematische Vernetzung des Museums.

Jahresprogramm mit neuen Formaten

Das vorgestellte Jahresprogramm bezeichnete Livia Forche als „Mischung aus Altem und Neuem“: bewährte Veranstaltungen und Konzepte bleiben, Neues kommt hinzu. So dürfen sich die Gäste wieder auf die beliebten Feste wie das Traktortreffen (25. Mai), Museumsfest (7. Juni), Volksmusikfest (21. Juni), Backofenfest (6. September) und Veranstaltungen wie das Bauernhofkino (22. bis 25. Juli) oder Aufführungen des Fränkischen Theatersommers (8. Juli) freuen.

Neue Formate sind etwa Themenführungen zu Bräuchen und Naturbildung sowie Vorträge und Kurse zu Brauchtumsthemen. Premiere wird am 6. Dezember der „Museumsadvent“ feiern, mit Kinderaktionen, kleinem Weihnachtsmarkt in der Scheune und Glühwein in der Brotzeitstube. Erstmals nimmt das Museum zudem an „Türen auf mit der Maus“ teil, dem bundesweiten Aktionstag der Sendung mit der Maus teil. „Diesen Aktionstag habe ich bei meiner Arbeit in einem Glasmuseum in NRW kennengelernt und bereits erfolgreich an weiteren Stationen übernommen. Er hat sich überall als großer Anziehungspunkt für junge Familien erwiesen“, so Forche.

Hinsichtlich des Ausstellungsprogramms möchte sie weiterhin und noch verstärkt auch Kunstausstellungen zeigen und sich mit kulturellen Trägern der Region vernetzen: „Ich sehe einen Auftrag, als Museum die Kunst und Kultur in der Region zu fördern. Jedes Jahr eine Kunstaustellung würde ich gerne in den Kanon des Museums integrieren.“ Die erste Themenausstellung des Jahres, die sich mit Tieren in der Landwirtschaft befasst, wurde im Anschluss an die Sitzung eröffnet. Von Juli bis Oktober folgt eine Ausstellung über das kulturelle Phänomen der Wiesenfeste in Oberfranken – eine Tradition, für die der Landkreis Hof in Zusammenarbeit mit Bertram Popp die Aufnahme in das immaterielle Kulturerbe Bayerns beantragt hat. Im September und Oktober sind dann Arbeiten von Udo Rödel und Sebastian Waßmann vom Münchberger AK-Kunst zu sehen.

Umfangreiches Kinder- und Ferienprogramm für das ganze Jahr

Zusätzlich zum allgemeinen Jahresprogramm mit Ausstellungen, Veranstaltungen, Vorträgen und Führungen hat Livia Forche ein ausgekoppeltes, umfangreiches Kinder- und Ferienprogramm zusammengestellt: „Familien sehe ich als wichtige Zielgruppe. Neben reinen Kinderaktionen möchte ich auch Eltern und Großeltern zum Mitkommen und Mitmachen animieren.“

Bereits für die Osterferien sind mehrere Aktionen geplant: An der „Osterhasensuche“ auf dem Museumsgelände kann sich die ganze Familie von Dienstag, 31. März, bis Sonntag, 12. April, ohne vorherige Anmeldung beteiligen. Kreativ geht es am Dienstag, 31. März, beim „Osternester Basteln“ und am 2. April beim „Eierwärmer Filzen“ zu, die beide für Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren nach vorherige Anmeldung zu einem Unkostenbeitrag von 10 Euro angeboten werden.

In den Pfingstferien können sich Kinder dann am Bauen von Bienenhotels, der Herstellung einer Kräutersalbe, dem Buttermachen oder beim Flechten, Weben und Fingerhäkeln versuchen. Abenteuerlich wird es bei einer „Wildnis- und Orientierungstour“ mit Lagerbau, Schluchtüberquerung und Feuermachen. Details dazu sowie weitere Angebote für die Sommer- und Herbstferien sind der PDF-Datei anbei zu entnehmen bzw. auf der Website https://www.kleinlosnitz.de zu finden.

Auch Konzepte für Schulausflüge und Lehrerseminare entwickelt Forche derzeit, möchte sich mit der oberfränkische Schullandschaft vernetzen und verstärkt auf Museumspädagogik setzen.

Mitmachmuseum: Vom Flachs zum Leinen

Ein persönlicher Interessensschwerpunkt der neuen Museumsleiterin liegt bei Flachsanbau und Leinenherstellung. Das passt sehr gut in unsere von der Textilindustrie geprägte Region und findet sich nun auch im Museumsprogramm wieder: Unter dem Motto „Mitmachmuseum:  Selber ausprobieren, wie es früher war“ findet eine Workshop-Reihe statt, bei der man selbst mit anpacken und die Arbeitsschritte aktiv erleben kann. „Wir bieten dazu über das Jahr hinweg Workshops zum Mitmachen an: jeweils ein Termin je Arbeitsschritt der Leinenherstellung, von der Aussaat des Flachs über die Ernte bis zur Verarbeitung“, erklärt Forche. Am 10. April ist die Aussaat geplant, am 17. Juli die Ernte, am 7. August Riffeln und Rösten, am 25. September das Brechen und Schwingen, Hecheln und Spinnen (jeweils um 14 Uhr).

Weitere Workshops zu Themen wie „Waschtag“ oder „Wilde Kräuter zähmen“ können im Rahmen des „Mitmachmuseums“ individuell für Gruppen oder Familien gebucht werden.

„Das ist ein sehr, sehr ansprechendes Programm“, so der Zweckverbandsvorsitzende Landrat Dr. Oliver Bär nach der Präsentation. „Wir können Sie darin nur bestärken. Insbesondere bieten sich eine Adventsveranstaltung und der Maus-Aktionstag für das Museum sehr gut an. Mich freut auch der Fokus auf Familien und, dass wir zukünftig Lehrerseminare anbieten.“

Eröffnung der neuen Ausstellung:  „Tierisch nützlich – Der Mensch und sein Vieh“

Im Anschluss an die Verbandsversammlung wurde gemeinsam die neue Sonderausstellung „Tierisch nützlich – Der Mensch und sein Vieh“ eröffnet. Es handelt sich dabei um eine Gemeinschaftsausstellung der Arbeitsgemeinschaft Süddeutsche Freilichtmuseen, die die Nutztierhaltung und das Zusammenleben zwischen Mensch und Vieh auf dem Bauernhof in Vergangenheit und Gegenwart zum Thema hat und zudem den Blick in die Zukunft öffnet. Auch interaktive und spielerische Elemente für Kinder sind enthalten.

Bei der Eröffnung erklärte Livia Forche zum Konzept: „Ziel der Ausstellung ist es, aufzuklären und Hintergründe zu zeigen, nicht anzuklagen oder zu verurteilen.“

Landrat Dr. Bär betonte: „Diese Ausstellung macht sichtbar, wie eng der Landwirt und das Tier verbunden sind. Und wie wichtig es dabei ist, dass es dem Tier gut geht.“

Die Ausstellung ist noch bis zum 21. Juni im Oberfränkischen Bauernhofmuseum Kleinlosnitz zu sehen.

Das Museum hat im März und April von Dienstag bis Freitag von 13 bis 16 Uhr und am Samstag und Sonntag von 13 bis 17 Uhr geöffnet, von Mai bis September von Dienstag bis Freitag von 10 bis 16 Uhr und am Samstag und Sonntag 10 bis 17 Uhr, im Oktober und November wieder Dienstag bis Freitag 13 bis 16 Uhr und Samstag und Sonntag 13 bis 17 Uhr.

Informationen zum Museum und seinem Programm unter https://www.kleinlosnitz.de.

Foto (von links nach rechts): Kreisrätin Mirjam Drechsel, Geschäftsleiterin Ulla Stumpf (Landratsamt Hof), Kreisrätin Karin Wolfrum, Bezirksrat Dr. Harald Fichtner, Museumsleiterin Livia Forche, Landrat Dr. Bär (Hof), Landrat Florian Wiedemann (Bayreuth), Bezirkstagspräsident Henry Schramm, Kreisrat Jürgen Zink, Bezirksheimatpfleger Prof. Dr. Günter Dippold, Bezirksrat Mario Schulze, Erster Bürgermeister Horst Penzel (Zell i.F.), Kreisrat Max Petzold, Hermann Seiferth.

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