30. Juli 2026

Netzwerkveranstaltung „Runder Tisch Pflege Hofer Land“

Die Ausgabe 2026 der Netzwerkveranstaltung „Runder Tisch Pflege Hofer Land“, die von der Leitstelle Pflege Hofer Land gemeinsam mit der Gesundheitsregion Plus Hofer Land organisiert wurde, stellte aktuelle Fragen, Herausforderungen und Chancen der „Telematikinfrastruktur und Digitalisierung in der Pflege im Hofer Land" in den Mittelpunkt.

Die Wahl des diesjährigen Themas kam nicht von ungefähr: Die Digitalisierung ist längst keine Zukunftsmusik mehr, sondern ein wesentlicher Baustein für die Weiterentwicklung der pflegerischen Versorgung. Seit Juli 2025 sind stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen zudem gesetzlich verpflichtet, sich an die Telematikinfrastruktur anzubinden. Und, wie der rege Austausch während des Treffens zeigte, sind in der praktischen Umsetzung durchaus noch Fragen offen. Gedacht ist die Telematikinfrastruktur als ein sicheres, digitales Netzwerk, das alle Bereiche des Gesundheitswesens verbindet und den einfachen, schnellen Austausch von patientenrelevanten Daten zwischen Leistungserbringern und Pflegekassen ohne Medienbrüche und Informationsverluste ermöglicht. So sollen Ressourcen gespart und die Versorgung der Pflegebedürftigen sicherer und effizienter gestaltet werden.

Über 50 Vertreterinnen und Vertreter aus Pflege, Gesundheit, Sozialwesen, Verwaltung, Wissenschaft sowie weitere Fachakteure waren der Einladung der Leitstelle Pflege Hofer Land im Rahmen des Netzwerks Pflege Stadt und Landkreis Hof sowie der Gesundheitsregion Plus Hofer Land gefolgt. Nach der Begrüßung durch Bürgermeisterin Angela Bier, die stellvertretende Landrätin Annika Popp sowie Simon Basedow (Gesundheitsregion Plus Hofer Land) und Alexandra Puchta (Leitstelle Pflege Hofer Land) führte Anna-Lena Königbauer von der AfA - Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung GmbH fachlich durch den Tag und moderierte die Veranstaltung in der VHS Hofer Land.

Auf dem Bild von links nach rechts zu sehen: Simon Basedow (Gesundheitsregion Plus Hofer Land), Alexandra Puchta (Leitstelle Pflege Hofer Land), Referent Dr. Tom Zentek, Referentin Andrea Reiter-Jäschke, Moderatorin Anna-Lena Königbauer.

Impulsvorträge zur Telematikinfrastruktur und Digitalisierung in der Pflege vermittelten aktuelle Entwicklungen, gaben neue Denkanstöße und zeigten, welche Chancen die digitale Transformation für die Versorgung der Menschen auch in unserer Region bietet.

Den Auftakt machte Prof. Dr. Dietmar Wolff von der Hochschule Hof, Professor für Informations- und Kommunikationssysteme für betriebliche Aufgaben und Leiter der Forschungsgruppe Innovative Gesundheitsversorgung. Zunächst online zugeschaltet von einer Dienstreise stellte er den aktuellen Stand der Telematikinfrastruktur aus Bundesperspektive vor und erläuterte, wie aktuelle gesetzliche Entwicklungen die Einführung digitaler Anwendungen im Gesundheits- und Pflegewesen künftig weiter beschleunigen sollen.

Andrea Reiter-Jäschke vom Landeskompetenzzentrum PFLEGE-DIGITAL Bayern des Bayerischen Landesamtes für Pflege in Amberg zeigte anhand praxisnaher Beispiele aus der Region auf, wie die Telematikinfrastruktur die sektorenübergreifende Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Leistungserbringern nachhaltig verbessern kann. Dabei zeigte sie Chancen ebenso wie bestehende Herausforderungen für ambulante und stationäre Einrichtungen auf.

Dr. Tom Zentek vom Kompetenzcluster Innovative Pflege (KiPf) in Bad Kissingen stellte abschließend innovative technische Lösungen und bestehende Beratungsangebote vor und machte deutlich, welche Potenziale digitale Assistenzsysteme und technische Innovationen künftig für Pflegebedürftige und Pflegeeinrichtungen bieten können.

Die Vorträge lieferten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zahlreiche aktuelle Informationen, konkrete Praxisbeispiele und wichtige Impulse für die weitere Digitalisierung der Pflege in Stadt und Landkreis Hof.

Im Anschluss betonte Alexandra Puchta von der Leitstelle Pflege Hofer Land, wie wichtig es ist, dieses Fachwissen in die Region zu tragen und aktiv zu fördern. Sie hob dabei die Bedeutung der Leitstelle als Ansprechpartner und Vernetzungsstelle hervor. Zudem seien etwa auch in der barrierefreien Musterwohnung der Leitstelle Pflege innovative digitale Anwendungen, moderne technische Assistenzsysteme und deren Einsatzmöglichkeiten im Hofer Land erlebbar.

Wertvoll war auch der intensive fachliche Austausch der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus unterschiedlichen Fachrichtungen. Während der Netzwerkpause konnte zudem der TruDi-Truck besucht werden, der im VHS-Innenhof bereitstand. Die Roadshow bot die Möglichkeit, moderne digitale Technologien kennenzulernen, wie etwa Anwendungen für die Telemedizin, seniorengerechte Geräte oder Sozialroboter in Form von Puppen und Kuscheltieren. Gemeinsam mit den Expertinnen Desiree Neeb und Celine Stumpf vom Projekt pulsnetz der Hochschule Hof konnten die Anwendungen unmittelbar ausprobiert und deren Einsatz diskutiert werden.

Ergänzend stellte Michael Piehler vom Regionalmanagement des Landkreises Hof seinen Tätigkeitsbereich vor und lud zur Zusammenarbeit beim Thema Wohnen mit Unterstützungsbedarf im Hofer Land ein.

In den Gruppen-Workshops des anschließenden „World Café“-Formats wurden rege aktuelle Herausforderungen rund um die Themen Telematikinfrastruktur, die Digitalisierung in der Pflege sowie neue Wohnformen und Versorgungsstrukturen für Menschen mit Unterstützungsbedarf in der Region diskutiert. Die eingebrachten Erfahrungen, Ideen und Lösungsansätze bilden eine wertvolle Grundlage für die weitere Netzwerkarbeit im Hofer Land.

„Die Rückmeldungen sind durchweg positiv“, so das Resümee von Alexandra Puchta. „Der Runde Tisch Pflege Hofer Land hat erneut gezeigt, wie wichtig der fachübergreifende Austausch für die Weiterentwicklung der Pflege ist. Digitalisierung gelingt nur gemeinsam - durch Information, Vernetzung und die Bereitschaft, voneinander zu lernen. Gerade die persönlichen Begegnungen machen unser Netzwerk so besonders. Hier entstehen neue Kontakte, Ideen und Kooperationen – und oftmals auch Lösungen für ganz konkrete Fragestellungen.“

Ein Beispiel dafür habe sich bereits während der Veranstaltung ergeben. Für eine Frage aus dem Teilnehmerkreis zur Anbindung der Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) an die Telematikinfrastruktur konnte dank des schnellen Austauschs zwischen Prof. Dr. Dietmar Wolff und den zuständigen Fachstellen direkt im Anschluss an die Veranstaltung bereits eine fachlich fundierte Lösung vorgelegt werden. „Besser kann Netzwerkarbeit kaum funktionieren“, so Puchta. „Dieses Beispiel zeigt eindrucksvoll, welchen Mehrwert unser Miteinander hat und wie schnell Wissen innerhalb eines starken Netzwerkes geteilt und konkrete Fragestellungen gelöst werden können.“

Im Rahmen des Formates „Runder Tisch Pflege Hofer Land“ treffen sich einmal jährlich Akteure unterschiedlicher Disziplinen aus dem Bereich Pflege zum konstruktiven interdisziplinären Austausch. Im Mittelpunkt steht jeweils ein relevantes, aktuelles Thema, wie etwa im vergangenen Jahr die „Mobilität“. Gemeinsam werden dabei nicht nur Herausforderungen besprochen, sondern im Nachgang auch Lösungen erarbeitet. Die Leitstelle Pflege Hofer Land versteht sich dabei zusammen mit der Gesundheitsregion Plus Hofer Land als Ansprechpartner, Impulsgeber, Koordinator und Vernetzer in Stadt und Landkreis Hof. Gemeinsam sollen die Pflege im Hofer Land weiterentwickelt, neue Projekte auf den Weg gebracht und die Herausforderungen der Zukunft partnerschaftlich gestaltet werden.

zurück

30. Juli 2026