19. Februar 2026
Landkreis Hof und AOK Bayern starten Projekt „Schule is(s)t gesund“ zur Verbesserung des Schulessens

„Gemeinsam für eine gesunde, regionale und nachhaltige Schulverpflegung“, dafür setzt sich der Landkreis Hof mit seinem neuen Projekt „Schule is(s)t gesund“ ein, das von der AOK Bayern gefördert wird. Die Förderurkunde wurde dieser Tage bei einem Termin in der Grundschule Regnitzlosau übergeben. Ziel des Projektes ist es, damit die Grundlage für eine langfristig wirksame Verbesserung der Schulverpflegung im Hofer Land zu schaffen, die gesundheitsförderlich, kindgerecht, regional und nachhaltig ist.
„Wir wollen früh ansetzen, um Gesundheit zu stärken“, erklärt Landrat Dr. Oliver Bär zu den Beweggründen. „Schulen sind zentrale Lebensräume von Kindern – und bereits in der Kindheit entstehen Essgewohnheiten, die oft ein Leben lang wirken.“
Wolfgang Hofmann, Direktor der AOK Hof-Wunsiedel, ergänzt: „Es geht uns darum, gute Rahmenbedingungen schaffen, damit sich Kinder und Jugendliche gesundheitsbewusst ernähren können. In der Überfülle an hochkalorischem und immer verfügbarem Essen muss man darauf schauen, dass sich auch Kinder und Jugendliche gut ernähren können. Wir als Erwachsen müssen es Kindern leicht machen, damit sie eine gute Chance haben, gesund aufzuwachsen.“
Mit dem Ausbau und dem Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung gewinnt eine verlässliche, qualitativ hochwertige Mittagsverpflegung an Bedeutung. Gutes Schulessen erreicht zudem alle Kinder und kann ernährungsbedingt entstandene gesundheitliche Ungleichheiten verringern. Dabei hat das Projekt insbesondere auch gesundheitliche Herausforderungen wie Übergewicht und Adipositas im Blick, die laut Gesundheitsberichten in der Region Hofer Land besonders relevante Themen sind. Hier wird Handlungsbedarf gesehen, bereits im jungen Alter präventiv zu handeln.
In das Projekt, das ein Jahr läuft, werden alle Grund- und Mittelschulen sowie Horte im Hofer Land einbezogen. Der Projektträger ist der Landkreis Hof. Das Projekt wird durch die Geschäftsstelle der Gesundheitsregion plus Hofer Land umgesetzt und berücksichtigt auch Schulen in der Stadt Hof. Die AOK Bayern – die Gesundheitskasse fördert das Projekt nach §20a SGB V innerhalb ihres Förderprogramms „Gesunde Kommune“.
Simon Basedow, Geschäftsstellenleiter der Gesundheitsregion plus Hofer Land, dankt der AOK Bayern für die Möglichkeit, sich als Gesundheitsregion plus durch die Förderung verstärkt dem Thema Adipositas und Übergewicht widmen zu können.
Im Rahmen des Projektes wird zunächst eine Bedarfsermittlung durchgeführt, die den aktuellen Stand mit Schwächen, Stärken und dem Handlungsbedarf bei der Schul- und Hortverpflegung im Hofer Land ermittelt. Befragt werden dabei neben Schulträgern auch Caterer, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler aus Grund- und Mittelschulen, Förderzentren mit Grundschulstufe, Horten und Ganztagsbetreuungseinrichtungen. In einem weiteren Schritt soll dann die Analyse der erhobenen Daten die bestehenden Chancen und Hürden für eine Verbesserung der Schulverpflegung sichtbar machen. Auch das Potenzial regionaler, saisonaler und – wo möglich – biologischer Lebensmittelproduktion hat man dabei im Blick. Am Ende wird ein Abschlussbericht als Transparenz- und Arbeitsgrundlage für Politik, Schulen, Träger und Partner erstellt.
„Mit der Datenerhebung und Analyse wollen wir ein klares und verlässliches Bild darüber gewinnen, wie die Schulverpflegung im Hofer Land derzeit organisiert ist und wo konkrete Herausforderungen bestehen. Auf dieser Grundlage können wir gezielt Maßnahmen entwickeln, die sich an den tatsächlichen Bedarfen vor Ort orientieren und die Schulverpflegung langfristig gesund, nachhaltig und praxisnah verbessern“, fasst Simon Basedow zusammen. Dieser könne dann als Fundament für einen praxistauglichen Maßnahmenkatalog bzw. eine Umsetzungsstrategie dienen, die in einem angestrebten Folgeprojekt umgesetzt werden.
Denkbare Handlungsfelder könnten – je nach Ergebnis der Untersuchung – zum Beispiel sein: eine Verbesserung der Qualität und Ausgewogenheit der Schulmahlzeiten, eine stärkere Einbindung regionaler Lebensmittel und Anbieter, eine kindgerechte und alltagstaugliche Organisation der Essensangebote sowie mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler. Ergänzend können auch Maßnahmen zur Ernährungsbildung dazu beitragen, ein besseres Verständnis für gesunde und nachhaltige Ernährung im Schulalltag zu fördern.








