18. August 2026

Nächste Schritte hin zum neuen Jean-Paul-Museum: Arbeiten am Konzept

Auf dem Weg zum neuen Jean-Paul-Museum in Joditz geht der Zweckverband die nächsten, entscheidenden Schritte. Aktuell wurde der Auftrag für die Konzeptionierung vergeben und bereits mit der gemeinsamen Arbeit begonnen.

Bei ihrer jüngsten Versammlung haben die Verbandsrätinnen und –räte die Bewerbungen zur Ausschreibung für die Konzeptionierung gesichtet und über die Vergabe entschieden. Die Wahl fiel auf das Büro FranKonzept aus Würzburg, das bereits mehrere vergleichbare Museen mit Literaturbezug betreut hat, wie das Friedrich-Rückert-Poetikum in Oberlauringen, das Literaturhaus Wipfeld und das geplante Paul-Maar-Museum in Hallstadt. In unserer Region ist FranKonzept ebenfalls bekannt, denn es war auch für die Konzeption der neuen Dauerausstellung des Deutsch-Deutschen Museums Mödlareuth verantwortlich.

Im Rahmens des Auftrags wird nun in einem ersten Schritt an der Erstellung eines inhaltlichen Rahmenkonzeptes gearbeitet, im kommenden Jahr folgt dann das Feinkonzept. Bei einem Vor-Ort-Termin in Joditz mit Landrat Dr. Oliver Bär, dem Ersten Bürgermeister von Köditz, Michael Holzmann, FranKonzept-Geschäftsführer Dr. Jochen Ramming und Vertretern des Zweckverbandes, des wissenschaftlichen Beirats sowie der Hochbauverwaltung des Landkreises Hof wurden die zukünftigen Räumlichkeiten des Museums im früheren Pfarrhaus sowie bedeutende Plätze im Dorf gemeinsam in Augenschein genommen und Ideen gesammelt.

Im idyllischen Dorf Joditz an der Sächsischen Saale hat der Schriftsteller Jean Paul seine Kindheit verbracht, da sein Vater hier Pfarrer war. Jean Paul selbst bezeichnete Joditz als seinen „geistigen Geburtsort“, der seine Entwicklung entscheidend geprägt hat. Viele Begebenheiten und Orte aus dem Dorf finden sich zudem in seinen Werken wieder. So ist Joditz untrennbar mit Jean Pauls Leben und Schaffen verbunden. „Ein inhaltlicher Schwerpunkt des neuen Museums soll auf dieser besonderen Bedeutung des Ortes für den Dichter und sein Werk liegen“, so der Zweckverbandsvorsitzende, Landrat Dr. Oliver Bär. „Darüber hinaus sehen wir eine besondere Chance darin, das künftige Museum in das wertvolle historische Ensemble rund um die Kirche im Dorfkern von Joditz zu integrieren.“ Dabei sollen moderne Vermittlungsformen, digitale Angebote und visuelle Zugänge dazu beitragen, das literarische Erbe lebendig und zeitgemäß erlebbar zu machen. Auch das langjährige Engagement von Familie Schmidt, die die Sammlung über viele Jahre in ihrem privaten Museum in Joditz zugänglich gemacht hat, soll im neuen Museum gewürdigt werden.

Etliche spannende Verknüpfungen zwischen dem Dorf und dem literarischen Werk trugen beim Ortstermin insbesondere die beiden Jean-Paul-Experten Andrea Wagner-Kropf aus Joditz und Peter Nürmberger als Vertreter des wissenschaftlichen Beirats bei.

Peter Nürmberger, früherer Kulturreferent der Stadt Hof, ist Wegbegleiter des Projekts von der ersten Stunden an. Ihm ist es ein besonderes Anliegen, das künftige Jean-Paul-Museum in ein Netzwerk bestehender Jean-Paul-Angebote der Region wie beispielsweise den Jean-Paul-Weg, dessen erstes Teilstück von Joditz nach Hof führt, einzubinden.

Andrea Wagner-Kropf gilt als die lokale Jean-Paul-Kennerin von Joditz: Sie hat sich intensiv in die vielfältigen Verbindungen zwischen ihrem Heimatdorf und dem Schaffen Jean Pauls eingearbeitet und begeistert bei Führungen und Vorträgen immer wieder Gäste aus nah und fern für dieses Thema. Sie wird den Zweckverband künftig als nebenberufliche Mitarbeiterin bei der Entwicklung des neuen Museums unterstützen. Als Joditzerin und Aktive des Joditzer Verkehrsvereins ist sie als Ansprechperson vor Ort präsent und vernetzt zwischen Dorfgemeinschaft, Zweckverband und dem Büro FranKonzept. Kurator Christian Märkl, der das Museumsprojekt mit der Inventarisierung der übernommenen Bestände sowie der Erstellung eines ersten Grobkonzeptes unterstützt hatte, widmet sich einer neuen beruflichen Herausforderung und hat den Zweckverband daher aus persönlichen Gründen verlassen.

Im zu erarbeitenden Rahmenkonzept werden nun insbesondere die räumlichen Verortung von Dauerausstellung, Depot und Funktionsräumen, der Zugang zum Gebäude sowie inhaltliche Schwerpunkte festgelegt. Im sich anschließenden Feinkonzept werden die inhaltlichen Details wie die konkreten Texte und Inhalte für die verschiedenen Stationen der Dauerausstellung erarbeitet.

 

 

Hintergründe zum neuen Museum: Das Jean-Paul-Museum in Joditz geht auf die Sammlung von Eberhard und Karin Schmidt zurück, die im Ort bereits ein privates, mittlerweile geschlossenes Museum betrieben. Im Jahr 2023 übergab Karin Schmidt diese Sammlung an den Landkreis Hof als Schenkung, damit sie künftig museal genutzt werden kann.

Gemeinsam mit der Gemeinde Köditz und der Kirchengemeinde entstand die Idee, das Museum im ehemaligen Pfarrhaus in Joditz unterzubringen. Der Ort hat besondere historische Bedeutung, da Jean-Paul hier seine Jugendjahre verbrachte. Inzwischen wurde ein Zweckverband gegründet, die Bestände wurden inventarisiert und ein erstes Grobkonzept erarbeitet. Nun beginnt die Erstellung des Rahmen- und Feinkonzeptes, dem die Planungen für die Museumsgestaltung und die Vorbereitungen für den Umbau des Gebäudes folgen. Ziel ist es, mit dem neuen Museum sowohl Kenner von Jean-Paul als auch ein jüngeres Publikum anzusprechen.

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18. August 2026