25. Januar 2018

Einzelhändler in der Region

Landkreis Hof bringt Einzelhändler in der Region zusammen.

Das Einkaufen im Internet gewinnt weiter an Wachstum und mobile Endgeräte verändern nachhaltig das Kaufverhalten. Das bekommen nicht nur viele Einzelhändler zu spüren, sondern auch die Innenstädte. Dennoch bietet der Einzelhandel dem Kunden viele Vorteile. Die Chancen, die es für die Einzelhändler gerade auch in unserer Region gibt, darüber informierte der Landkreis in seiner Veranstaltung „Die Zukunft des lokalen Einzelhandels“. Experten stellten aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze für den Einzelhandel vor und beschrieben konkrete Wege, wie Ortschaften und Einzelhändler von der Digitalisierung profitieren können. Der Einladung waren zahlreiche Inhaber von Geschäften, aber auch viele Vertreter von Städten und Gemeinden gefolgt. Landrat Dr. Oliver Bär freute sich, mehr als 70 Besucher im Sitzungssaal des Landratsamtes begrüßen zu können. „Unsere Ortschaften sind die Visitenkarten unserer Region. Ihr Geschäft ist ein wesentlicher Bestandteil Ihres Ortes, Sie sind uns wichtig“, so Bär. Dem Landkreis sei sehr daran gelegen, Wissen und Möglichkeiten des Austausches zu bieten und Netzwerke wie zum Beispiel mit dem „Heimatladen“ schon geschehen zu generieren.

Drei interessante Vorträge warteten auf die Zuhörer. Roland Wölfel von der Cima, Beratungs- und Management GmbH informierte über Stadtentwicklung im Zeitalter von Digitalisierung und E-Commerce. Wie bleiben Innenstädte und Einzelhandel für Besucher attraktiv trotz Online-Shops. Innenstädte leben mit attraktiven Einkaufsmöglichkeiten. Zudem sollten sie Identität stiften. Mit ansehnlichen Innenstädten identifizieren sich die Menschen am ehesten. Beim Einzelhandel überleben „am ehesten die, die beides anbieten – einen Laden vor Ort und einen Online-Shop“, so Wölfel. Er erklärte, wie wichtig ein Internetauftritt für Firmen ist und stellte klar, dass die Konsumenten sich gerne im Netz informieren, bevor sie im Laden etwas kaufen – nicht umgekehrt, wie viele glauben. „Nur etwa 10 Prozent lassen sich im Geschäft beraten und kaufen dann online.“, so Wölfel. Man müsse sich auf die digitale Welt einlassen. „Sie können zum Beispiel nicht alle Produkte im Laden ausstellen. Sie können aber über ein Tablet gemeinsam mit dem Kunden nach Modellen im Internet suchen und es für ihn bestellen.“ Auch freies WLAN in Innenstädten und Läden könne helfen die Kundschaft anzulocken und zu behalten. Wichtig sei eine gelungene Verbindung zwischen digitaler und analoger Welt. Als Beispiel nannte er eine Metzgerei, die ihre Wurst online vermarktet und auch „Wurst-Briefe“ verschickt. Weil die Leute aber gerne wissen wollen, wer dahinter steckt, „läuft“ der Laden auch vor Ort.

Wie vielfältig und kreativ die digitale Schaffenskraft des Einzelhandels in der Region bereits ist, beschrieb Hermann Hohenberger anhand von Beispielen. Er ist seit April 2017 Leiter des Digitalen Gründerzentrums, das Anlaufstelle für Start-ups ist, bei der Weiterentwicklung einer Geschäftsidee unterstützt, sowie Kontakte und Know-how vermittelt, damit das Unternehmen ein Erfolg wird. „Die Region hat schon jeden Wandel gut gemeistert, auch wenn wir Oberfranken nicht gerade zu den kommunikativsten Menschen zählen“, so Hohenberger schmunzelnd. Das Internet sei für viele Menschen der erste Anlaufpunkt bei der Suche nach Produkten, Dienstleistungen und Informationen. Unternehmen World Wide Web wie zum Beispiel in Facebook oder bei Google präsent sein. „Das sind Ihre Schaufenster, die Sie bestücken. Ihre Information muss dorthin, wo der Verkehr läuft“, so der Experte.

Im Anschluss stellte Klaus Gruber von der Wirtschaftsförderung des Landkreises Hof das Projekt Heimatladen vor. Dabei stärken eine gemeinsame Homepage und Facebook-Auftritte der Werbegemeinschaften die Präsenz der Einzelhändler im Internet. Mittlerweile nutzen schon 116 Unternehmen die Chance, als „Heimatladen“ vom Kunden besser wahrgenommen und gefunden zu werden. „Mit einer kompetenten Beratung, dem Einkaufserlebnis oder auch der Möglichkeit, das Produkt zu testen, kann der Einzelhandel überzeugen“, so Klaus Gruber, Wirtschaftsförderer des Landkreises Hof. Wie sein Vorredner rührte auch er die Werbetrommel für die in Zusammenarbeit mit dem Digitalen Gründerzentrum geplanten Workshops für das Jahr 2018. Die Termine stünden bereits fest, Veranstaltungsort werde das Iisys – Institut für Informationssysteme der Hochschule Hof sein.

Alle tauschten sich im Anschluss in lockerer Atmosphäre aus. Viele Besucher nutzten auch die Möglichkeit, sich von den Experten beraten zu lassen. „Ich freue mich über den Zuspruch. Dieser hat uns das große Interesse an Wissen und Austausch für eine gute Zukunft unseres lokalen Einzelhandels bestätigt“, so Landrat Dr. Oliver Bär.

Bild: Klaus Gruber, Wirtschaftsförderer des Landkreises Hof, Izabella Graczyk, Leiterin des Fachbereiches Kreisentwicklung des Landreises Hof, Roland Wölfel von der Cima, Beratungs- und Management GmbH, Landrat Dr. Oliver Bär und Hermann Hohenberger, Leiter des Digitalen Gründerzentrums Hof

Termine für die Workshops:

08.02. // Facebook
23.03. // Google
19.04. // Bildbearbeitung
03.05. // „Pimp my site

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25. Januar 2018


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