6. November 2019

Diskussion zur Kurzzeitpflege

Von links: Hans-Peter Baumann (stv. Landrat), Dr. Katharina Bunzmann, (Demografiebeauftragte Stadt Hof), Ute Hopperdietzel (Netzwerk Pflege Stadt und Landkreis Hof), Larissa Hörner (Pflegedienstleiterin Seniorenhaus am Unteren Tor, Hospitalstiftung Hof), Sabine Dippold (Einrichtungsleiterin Seniorenhaus am Unteren Tor, Hospitalstiftung Hof), Johanna Leupold (Referatsleitung im Bayerischen Landesamt für Pflege Amberg), Dr. Harald Fichtner (Oberbürgermeister der Stadt Hof).

Rund 50 Netzwerkpartner aus dem Bereich der Pflege haben sich jetzt zur zweiten interkommunalen Pflegekonferenz im Rathaus Hof zum Thema „Kurzzeitpflege“ getroffen. Kurzzeitpflege ist eine vorübergehende Möglichkeit für pflegebedürftige Menschen, sich zeitweise in einer Pflegeeinrichtung vollstationär betreuen zu lassen, wenn es für die häusliche Pflege für diesen Zeitraum keine Betreuungsmöglichkeit gibt. „Aufgrund der engen Vernetzung konnte bisher einiges ins Laufen gebracht werden“, so die Leiterin des Netzwerkes Pflege Stadt und Landkreis Hof, Ute Hopperdietzel, die einen kurzen Sachstandsbericht gab. In Kürze würden die Fragebögen für pflegende Angehörige ausgewertet und Entlastungsmaßnahmen für 2020 geplant, im Januar 2020 starte der Arbeitskreis, um das Entlass-Management der Region besser zu vernetzen, der aus der letzten Zukunftskonferenz entstand, auch die Pflegeplatzbörse sei in Planung, so Hopperdietzel weiter.

Im Mittelpunkt der Tagung stand jedoch das Thema Kurzzeitpflege. Johanna Leupold, Referatsleiterin im Bayerischen Landesamt für Pflege, Amberg, stellte Förderungen nach den Richtlinien nach WoLeRaF vor, um über Möglichkeiten zur Umwandlung von vollstationären Plätzen in Kurzzeitpflegeplätze aufzuklären. Sabine Dippold, Einrichtungsleitung, und Larissa Hörner, Pflegedienstleitung des Seniorenhauses Am Unteren Tor der Hospitalstiftung, präsentierten das Fördermodell „Fix plus X“. Damit konnten in der Einrichtung bereits drei fest buchbare Kurzzeitpflege geschaffen haben. „Trotz hohem Organisationsaufwand wird dies optimal angenommen und ist für pflegende Angehörige eine große Entlastungsmöglichkeit“, so Larissa Hörner. „Dennoch müssen weiterhin viele Absagen erteilt werden, und es wäre wünschenswert, wenn sich noch weitere Einrichtungen dem Modell anschließen würden“, ergänzte Ute Hopperdietzel.

Die anschließende Diskussionsrunde zeigte deutlich, dass die Netzwerkpartner die Förderungen zwar positiv einstufen, der Mangel an Kurzzeitpflegeplätzen und auch an vollstationären Pflegeplätzen trotz allem bislang nicht gelöst ist. Einrichtungsleiter, Vertreter von Kassen, der Fachstelle für Pflege- und Behinderteneinrichtungen, Qualitätsentwicklung und Aufsicht, Bildungsträger und andere meldeten sich zu Wort. „Wünschenswert wäre eine solitäre Kurzzeitpflege, bestenfalls angegliedert an Kliniken oder Rehabilitationseinrichtungen“, so Birgit Seiler, Pflegeberaterin der AOK Bayern, Direktion Hof. Doch hierzu fehlten bislang entsprechende politische Rahmenbedingungen und dringend benötigte Fachkräfte.

Viele Argumente wurden im Plenum gesammelt. Einig war das Team, Maßnahmen zu ergreifen, um das Image der Pflege zu verbessern und positive Beispiele nach außen sichtbar zu machen. Im Gegenzug dazu wurden auch kritische Aspekte beleuchtet, die nicht zur Attraktivität des Pflegeberufes beitragen würden, wie beispielsweise viele Kontrollen verschiedenster Behörden, hoher Dokumentationsaufwand und vieles mehr. In einem Positionspapier sollen nun die Ergebnisse der Diskussion zum Thema Kurzzeitpflege und Fachkräftemangel an das Bayerische Ministerium für Gesundheit und Pflege weitergeleitet werden mit dem Wunsch nach einem persönlichen Gespräch.

zurück

6. November 2019


Telefon
E-Mail
Messenger
Messenger
Telefon