3. Juni 2019

Brückeningenieure präsentieren erste Visualisierungen

Drei Orte. Zwei Brücken. Eine Idee.

Nämlich die längste Hängebrücke der Welt im Frankenwald, im Landkreis Hof zu errichten. Das ist das Projekt „Frankenwaldbrücke“, das nun einen entscheidenden Schritt weiter ist: im Rahmen der jüngsten Sitzung des Kreistags haben die vom Landkreis beauftragten Ingenieure von schlaich, bergermann und partner (sbp) aus Stuttgart Visualisierungen präsentiert, die zeigen, wie die Höllental- und Lohbachtalbrücke aussehen. Außerdem wurden die Ergebnisse der naturschutzfachlichen Untersuchung bekannt gegeben.

Den Ingenieuren ist es gelungen, zwei in dieser Form einzigartige Brücken zu konzipieren, die sowohl gestalterisch, als auch baufachlich ihresgleichen suchen. Vor allem durch ihre filigrane Konstruktion mit ebenso filigranen Baumaterialien betten sich die beiden Brücken optimal in die Natur ein.

Sowohl die Lohbachtal- als auch die Höllentalbrücke verlaufen leicht S-förmig, orientieren sich dabei am Verlauf der Selbitz, die durch das Tal fließt.

Die 387 Meter lange Lohbachtalbrücke wurde mit nur je einem Pylon am Start- und Endpunkt der Brücke geplant. Die Abspannung erfolgt schräg nach hinten an den Außenmauern der Burgruine vorbei. Dadurch bleibt die Sicht auf das Kulturdenkmal Burg Lichtenberg unberührt.

Ankunftspunkt der 387 Meter langen Lohbachtalbrücke unterhalb der historischen Burg Lichtenberg.

Ankunftspunkt der 387 Meter langen Lohbachtalbrücke unterhalb der historischen Burg Lichtenberg.

Weltweit einmalig ist die Konstruktion der 1030 Meter langen Höllentalbrücke. Sie kommt komplett ohne Unterspannung und damit auch ohne Fundamente für Abspannungen aus. Die Tragseile der Brücke laufen stattdessen oberhalb der Geländer. Damit stellt die Höllentalbrücke nicht nur ein optisches Highlight dar, sondern wird gleichzeitig der naturschutzfachlichen Prüfung hinsichtlich möglicher Kollisionen von Zugvögeln mit den Tragseilen gerecht.

Die 1030 Meter lange Höllentalbrücke ist komplett ohne Unterspannung konstruiert.

Die 1030 Meter lange Höllentalbrücke ist komplett ohne Unterspannung konstruiert.

Sowohl die Lohbach- als auch die Höllentalbrücke bestehen aus Stahlkonstruktionen, die Geländer aus Edelstahlnetzen.

Hinsichtlich der Standortwahl der beiden Brücken hatte es in den vergangenen Monaten zahlreiche Ortstermine und Variantenuntersuchungen gegeben. Die Pläne sehen nun eine Aufhängung der Lohbachtalbrücke außerhalb der Burgruine von Lichtenberg vor. Die historischen Mauern der Burg bleiben dadurch vom Bau der Brücke unberührt. Durch die Aufhängung unterhalb der Ruine bettet sich die Brücke unauffällig ins Landschaftsbild ein. Somit bleibt der Blick von und auf die Burg frei.

Bei den Planungen der Höllentalbrücke ist es den Ingenieuren gelungen, die Brücke so zu konzipieren, dass die für den Bau nötigen Masten im Mittelteil (Kesselfels) außerhalb des FFH-Gebietes liegen, weshalb die Brücke an Länge gewonnen und nun 1030 Meter lang ist.

Die Kosten für die Brücken belaufen sich nach aktueller Kalkulation auf 4.350.000 € für die Lohbachtalbrücke und 9.135.000 € für die Höllentalbrücke. Hinzu kommen die Kosten für die Verweilplattform „Höllentalterrasse“, das Besucherzentrum, Infrastruktur-, Naturschutz- und Marketingmaßnahmen. Je nach Ausgestaltung des Besucherzentrums wird von Gesamtkosten zwischen rund 21.000.000 € und 22.300.000 € ausgegangen.

Unterdessen wurde auch das natur- und artenschutzfachliche Gutachten durch das Büro für ökologische Studien Dr. Schlumprecht mit dem Ergebnis abgeschlossen, dass unter Einhaltung vorgeschlagener Maßnahmen (wie etwa die Berücksichtigung von Brutzeiten während der Bauphase), den Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes entsprochen werden kann.

Darüber hinaus fanden intensive Gespräche mit den Gemeinden Lichtenberg und Issigau statt, im Rahmen derer das Verkehrskonzept besprochen wurde und Maßnahmen erarbeitet wurden.

Aktuell laufen vorbereitende Planungen hinsichtlich des Besucherzentrums, das unweit des Freizeitzentrums entstehen soll. Das Besucherzentrum dient als Ausgangspunkt für alle Besucher der Frankenwaldbrücken. Darüber hinaus sollen Gastronomie, ein Ticketshop, Toiletten, Infobereiche und Gruppenräumlichkeiten untergebracht werden.

Hierzu wird vom Fachbereich Hochbau momentan das Bewerbungsverfahren für die Architekten vorbereitet. Deren spätere Pläne bilden dann die Grundlage für weiterführende Gespräche und Abstimmungen über die Größenordnung des Besucherzentrums.

Mit dem Ministerratsbeschluss vom 20.06.2017 hat der Freistaat Bayern dem Projekt Frankenwaldbrücke eine Förderung in Höhe von 80% zugesichert. Entsprechende Anträge dafür werden jetzt gestellt.

Die Bauzeit für die Brücken ist mit rund 1,5 Jahren kalkuliert. Unter Berücksichtigung der Sperrzeiten auf Grund von Brutzeiten ist die Fertigstellung und Eröffnung Ende 2021/Anfang 2022 geplant.

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3. Juni 2019


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