2. März 2026

Ärztenachwuchs für die Region: Stipendienprogramm verzeichnet weitere Erfolge

Mit Initiativen wie seinem Stipendienprogramm engagiert sich der Landkreis Hof aktiv für eine zukunftssichere medizinische Versorgung, insbesondere auch im Bereich der niedergelassenen Haus- und Fachärzte. Um qualifizierten ärztlichen Nachwuchs für die Region zu gewinnen, wurde bereits im Jahr 2019 ein attraktives Stipendienprogramm für Studierende der Humanmedizin ins Leben gerufen. Seither wurde das Programm kontinuierlich ausgebaut und verzeichnet weitere Erfolge. Im Jahr 2021 kamen Patenschaften durch niedergelassene Ärzte hinzu, 2024 wurden weitere medizinische Facharztrichtungen in das Programm aufgenommen. Aktuell treten erste Stipendiatinnen bereits in das ärztliche Berufsleben ein und die inzwischen 17. Stipendiatin konnte begrüßt werden.

„Wir wollen eine gute medizinische Versorgung vor Ort sichern“, so Landrat Dr. Oliver Bär. „ Deshalb haben wir u. a. das Stipendienprogramm vor über sieben Jahren ins Leben gerufen. Uns war damit bewusst, dass wir einen langen Atem brauchen. Es zeigt sich heute, dass wir durch die Kombination aus finanzieller Förderung, persönlicher Begleitung und regionaler Vernetzung wertvolle Perspektiven für den ärztlichen Nachwuchs schaffen.“ Das Stipendienprogramm ist damit ein zentraler Baustein der regionalen Nachwuchsgewinnung.

Erfolgreicher Weg in die Facharztweiterbildung

Ein aktuelles Beispiel für die nachhaltige Wirkung des Stipendienprogramms ist Nora Nöll. Als bereits zweite Stipendiatin des Landkreises Hof steht sie kurz vor dem Abschluss ihres Studiums und wird im Anschluss ihre Facharztweiterbildung im Bereich Allgemeinmedizin beginnen. Perspektivisch plant sie, die hausärztliche Praxis ihres Vaters in Oberkotzau zu übernehmen und weiterzuführen. Bereits jetzt sammelt sie dort als Hospitantin wertvolle praktische Erfahrung. „Wir freuen uns, dass sich Nora Nöll für diesen Weg entschieden hat. Denn auch in Fällen mit familiärem Bezug ist eine spätere Übernahme der Praxis heute keineswegs selbstverständlich“, so Simon Basedow, Geschäftsstellenleiter der Gesundheitsregion plus Hofer Land und Koordinator des Programms. „Bundesweit besteht auch in anderen Regionen ein hoher Bedarf an Ärztinnen und Ärzten, sodass dem Nachwuchs zahlreiche berufliche Alternativen offenstehen.“ Das Stipendienprogramm des Landkreises unterstützt gezielt dabei, die Entscheidung für die Niederlassung in der Region zu festigen, frühzeitig Einblicke in Praxisführung zu ermöglichen und ein tragfähiges berufliches Netzwerk aufzubauen. Damit trägt die Förderung auch dazu bei, geplante Praxisnachfolgen aktiv abzusichern und die wohnortnahe Versorgung langfristig zu erhalten.

Rückblickend hebt Nora Nöll die vielfältigen zusätzlichen Angebote des Programms hervor: „Das Stipendienprogramm hat mir insbesondere auch wertvolle Einblicke in das regionale Gesundheitswesen ermöglicht. Durch die Vorstellung regionaler Praxen und den direkten Austausch mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten konnte ich frühzeitig ein fachübergreifendes Netzwerk aufbauen. Diese enge Vernetzung trägt zu einer guten Zusammenarbeit und Abstimmung zwischen den Fachrichtungen und damit zur Sicherung der Versorgungsqualität bei.“ Als besonders praxisnah bewertet sie Inhalte, die über das klassische Studium hinausgehen: „Sehr hilfreich waren für mich auch Themen wie die Grundlagen der selbstständigen Praxisführung – Inhalte, die im Medizinstudium kaum vermittelt werden, für die spätere Tätigkeit aber von großer Bedeutung sind.“ Auch der Austausch mit Gleichgesinnten und mit den anderen Stipendiatinnen und Stipendiaten sei sehr bereichernd.

Links im Bild Programmkoordinator Simon Basedow (Gesundheitsregion plus Hofer Land), rechts neben ihm Luisa Matterne und Nora Nöll zusammen mit weiteren Stipendiatinnen und Dr. med. Reinhold Nöll (Dritter von rechts), rechts neben ihm Dr. med. Brigitte Klein-Grünert und ganz rechts Alexandra Eichner (Ärztenetzwerk UGHO).

Orientierung auf dem Weg zur Facharztrichtung

Auch Luisa Matterne befindet sich auf der Zielgeraden ihres Studiums. Derzeit orientiert sie sich hinsichtlich ihrer späteren Facharztrichtung. Neben der Allgemeinmedizin interessiert sie sich besonders für die Kinderheilkunde sowie die Psychiatrie – Fachrichtungen, die inzwischen ebenfalls durch das Stipendienprogramm unterstützt werden. Künftig wird sie also voraussichtlich in einem dieser Bereiche zur medizinischen Versorgung in der Region beitragen.

Für Luisa Matterne war das Programm von Beginn an eine wichtige Unterstützung, erinnert sie sich: „Zu Beginn meines Studiums standen mehr Fragen als Antworten. Schafft man es finanziell? Wie verlaufen die Jahre nach der Uni? Wo finde ich alle Informationen für meinen Weg? Diese Antworten und ein stetiges Gefühl von Unterstützung während meiner akademischen Laufbahn gab und gibt mir das Stipendienprogramm des Landkreises Hof.“ Auch ihre Verbindung zur Region hat sich im Laufe der Förderung deutlich vertieft. Luisa Matterne stammt ursprünglich aus Sachsen und kannte das Hofer Land vor Beginn ihrer Förderung nur am Rande. Ihr Beispiel zeigt, dass das Stipendienprogramm auch überregionale Medizinstudierende gezielt anspricht, für eine berufliche Perspektive im Landkreis Hof gewinnt und frühzeitig an die Region bindet. „Ich selbst kannte Hof vor meiner Zusammenarbeit mit dem Stipendienprogramm nur wenig. Natürlich waren zu Beginn die Nähe zu meiner Heimat und die Konditionen des Stipendiums sehr ansprechend. Mittlerweile habe ich den Landkreis besser kennengelernt und hoffe dies weiter zu tun. Ich fühle mich bereits durch das Stipendium als Teil von etwas und habe stets das Gefühl im Landkreis Hof willkommen zu sein.“

Neue Stipendiatin mit klarer Perspektive

Mit Hannah Lubrich aus Naila wurde erst kürzlich bereits die 17. Stipendiatin in das Programm aufgenommen. Für sie steht fest, dass sie ihre berufliche Zukunft langfristig in der Region gestalten möchte. Ihren Plan beschreibt sie klar: „Mein Ziel ist es, direkt nach Abschluss des Studiums eine Facharztweiterbildung im Bereich der Allgemeinmedizin zu vollenden und anschließend im Landkreis Hof tätig zu werden.“ Gleichzeitig ist ihre Motivation eng mit ihrer persönlichen Verbundenheit zur Heimat verknüpft. „Ich möchte der Region, die mir während meiner Kindheit und Jugend so viel gegeben hat, etwas zurückgeben, indem ich aktiv zur Sicherung einer wohnortnahen und qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgung beitrage“, betont Hannah Lubrich. „Es ist mir ein großes Anliegen, meine berufliche Zukunft genau dort zu gestalten, wo meine Wurzeln liegen und ich mich mit der Gemeinschaft verbunden fühle.“

Das Stipendienprogramm des Landkreises Hof war 2019 eines der ersten in Bayern und zunächst ausschließlich auf Nachwuchskräfte in den Bereichen Allgemeinmedizin und Innere Medien festgelegt. Um zum einen dem zukünftigen Bedarf gerecht zu werden und zum anderen die Attraktivität des Programms zu erhöhen, wurde es 2024 ausgeweitet. Die ärztlichen Fachbereiche Pädiatrie, Gynäkologie, Neurologie, Dermatologie, Urologie, Psychiatrie und HNO kamen hinzu.

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2. März 2026