Unternehmensbefragung im Landkreis Hof:
Gute und ausbaufähige Ergebnisse
Erstmals hat der Landkreis Hof alle heimischen Betriebe mit 3 und mehr Beschäftigten befragt. Nun wurden die wichtigsten Ergebnisse im neuen Kekutex-Zentrum in Rehau vorgestellt. Dabei gab es einige positive Überraschungen.
1136 Betriebe wurden von der Firma Firma Gefak Gesellschaft für angewandte Kommunalforschung in Marburg angeschrieben. Mit einer Rücklaufquote von 40,2 % (456 Antworten) ist ein sehr hoher Wert erreicht worden. Dieser bundesweite Spitzenwert für eine Gefak-Umfrage ist somit ist die erste Überraschung. Sehr viele heimische Unternehmen akzeptieren das Landratsamt Hof als Partner, so die Interpretation von Josef Rother, stellvertretender Geschäftsführer der Gefak.
Der Zusammenfassung der Ergebnisse kann auf der Homepage des Landratsamtes unter der Adresse www.landkreis-hof.de abgerufen werden. Dort ist auch der ursprüngliche Fragebogen veröffentlicht. Ebenso der Folien-Vortrag von Herrn Rother, wie er ihn am 01. April 2003 in Rehau gehalten hatte. Hier einige wichtige Ergebnisse:
Die Firmen beurteilen die überörtliche Verkehrslage und die Verfügbarkeit von preisgünstigen Gewerbeflächen als beste Standortvorteile. Dies gilt besonders im Vergleich zu Landkreisen wie Bamberg oder Bad Tölz / Wolfratshausen, die kürzlich von der Gefak untersucht wurden. Die Unternehmen sind mit der Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften nicht zufrieden. Aber auch dieser Wert kann im Vergleich zu den beiden anderen Untersuchungsregionen relativiert werden, denn dort sind noch weniger Fachkräfte verfügbar.
Die Angebote der kommunalen Wirtschaftsförderung sind zwar kaum bekannt, aber wenn sie genutzt werden, ist man zufrieden. Hier gilt es, durch gezielte Kommunikation mit den jeweiligen Interessenten Abhilfe zu schaffen. Den größten Bedarf melden die Betriebe bei der Fördermittelberatung (288 Antworten), gefolgt von dem Wunsch, eine neutrale Produkt- und Dienstleistungsbörse auf der Landkreis-Homepage aufzubauen (244 Betriebe).
In diesem Zusammenhang fällt auf, daß viele Vorprodukte von außerhalb der Region gekauft werden. Diese im Vergleich zu anderen Untersuchungsregionen überdurchschnittliche Ausprägung kann auf mangelnde Erkenntnis über leistungsfähige heimische Lieferanten beruhen. Jedenfalls wollen viele der antwortenden Betriebe mit ihresgleichen kooperieren, zum Beispiel bei Einkauf oder Vertrieb. Laut Josef Rother ist gerade die Kooperation von benachbarten Betrieben erfolgsträchtig. Sie kann mit einer Online-Datenbank forciert werden.
Die Antworten lassen auch ein wichtiges Handlungsfeld erkennen: Relativ wenig Landkreis-Betriebe nutzen das Internet. So haben nur ca. 25 % eine eigene Homepage. Eine Produkt- und Dienstleistungsdatenbank könnte deswegen gerade für die 75 % Betriebe interessant sein, die noch keine eigene Homepage haben, denn sie wären dann leicht über die Internet-Adresse des Landratsamtes Hof zu finden.