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WEBSEITEPraktikum bei REHAU - Landkreis und Wirtschaft starten Initiative für Integration

Afghanistan, Eritrea, Somalia: Hunderte Kilometer liegen zwischen den Herkunftsländern der vier jungen Männer, die aktuell gemeinsam im Ausbildungszentrum Prolin bei Polymerspezialist REHAU ein Praktikum absolvieren. Was sie verbindet, ist ihre Geschichte: Die 17- bis 19-Jährigen sind aus ihrer Heimat geflohen. Heute leben sie im Landkreis Hof in der Obhut der Diakonie Hochfranken und besuchen die Vorklasse an der Berufsschule in Hof, um das anschließende Berufsintegrationsjahr absolvieren zu können, das vom Freistaat Bayern gefördert wird. Landrat Dr. Oliver Bär setzt sich für die Maßnahme ein und wird inmitten junger Auszubildender Zeuge davon, dass Integration in der Praxis gelebt wird.

Estifanos, Mohammad, Jibril und Teklehamanot freuen sich darauf, in Aktion treten zu dürfen: Die Bohrmaschine steht bereit. Bevor es los geht, erklärt Lukas Hanft, REHAU Auszubildender im 1. Lehrjahr, worauf die Jungen achten müssen. Der angehende Werkzeugmechaniker ist einer der Mentoren, die sich in dieser Woche um die insgesamt 19 Praktikanten im Ausbildungszentrum kümmern. Er zeigt Handgriffe, ist Ansprechpartner bei Fragen und gibt Einblicke in die Ausbildungsberufe. Gefragt, wie die vier Schüler der Vorklasse sich machen, erklärt Lukas: „Sie sind interessiert und wissbegierig. Man sieht, dass sie hier bei uns Spaß haben – auch an ihren Aufgaben.“

Landrat Dr. Oliver Bär ist bei seiner Stippvisite in Rehau begeistert: „Ich finde es hervorragend, dass die Praktikanten direkt von den Auszubildenden angeleitet werden. Trotz der Sprachbarrieren ist hier die Kommunikation auf Augenhöhe möglich, das macht Freude anzusehen“, sagt Bär. Genau so erziele eine Initiative erst Wirkung: Integration müsse in der Praxis gelebt werden. Auch Georg Oswald, Mitglied der REHAU Gruppengeschäftsleitung, gefällt es, wie aufgeschlossen und locker der eigene Firmennachwuchs die direkte Zusammenarbeit im Ausbildungszentrum angeht und betont: „Dass wir als größter Arbeitgeber der Region das Projekt unterstützen, war für uns selbstverständlich. Wir wollen damit Verantwortung übernehmen und einen spürbaren Beitrag zur Integration leisten.“

Seit September 2014 besuchen 20 Schüler aus verschiedenen Ländern – darunter Syrien und Äthiopien – die Vorklasse an der Berufsschule in Hof, um das anschließende Berufsintegrationsjahr absolvieren zu können. Sie können dann den Mittelschulabschluss machen und damit ihre Chance auf eine Ausbildung in Deutschland verbessern. Berufsorientierung bieten und Allgemeinbildung vermitteln – diese beiden Schwerpunkte sind das Ziel des Projekts. Die Vorklasse gibt den Flüchtlingen nach der Ankunft in Deutschland und oft monatelangen Strapazen die Möglichkeit, Hilfe zur Orientierung in einem für sie fremden Land zu finden. Sie erhalten Sprachunterricht, erweitern ihre Allgemeinbildung, werden aber auch sozialpädagogisch betreut.

Die praktischen Erfahrungen an der Werkbank und ebenso das Miteinander unter Gleichaltrigen sind Teil des Programms. Das erste Schnupper-Praktikum dient weniger dazu, sich auf einen Beruf festzulegen. Die Jugendlichen sollen vielmehr einen Einblick in das Arbeitsleben in Deutschland erhalten und erste Erfahrungen sammeln. Ob sie ein weiteres Praktikum in Rehau absolvieren, ist noch offen. Landrat und Unternehmen aber stehen einer Fortsetzung aufgeschlossen gegenüber. „REHAU geht mit bestem Beispiel voran und hilft mit, den Flüchtlingen das Einleben in Hochfranken zu erleichtern und sie an den Arbeitsmarkt heranzuführen. Umso mehr freut es mich, dass sich inzwischen auch weitere Firmen der Region dafür einsetzen", unterstreicht Landrat Dr. Oliver Bär zum Abschluss seines Besuches.


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Stippvisite in der Ausbildungswerkstatt: Vor den interessierten Blicken von Landrat Dr. Oliver Bär (rechts im Bild) und Georg Oswald, Mitglied der REHAU Gruppengeschäftsleitung (links), erklärt Mentor Lukas Hanft, REHAU Auszubildender im 1. Lehrjahr (vorne rechts), die Grundkenntnisse eines angehenden Werkzeugmechanikers.

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An der Bohrmaschine beweisen Estifanos, Mohammad, Jibril und Teklehamanot ihr Geschick unter Anleitung von Mentor Lukas Hanft, REHAU Auszubildender im 1. Lehrjahr (vorne rechts).


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Die Initiatoren des Integrationsprojektes gemeinsam mit den jungen Praktikanten vor dem Ausbildungszentrum Prolin (von links): Georg Oswald, Mitglied der REHAU Gruppengeschäftsleitung, Ingrid Ey, Volkshochschule Landkreis Hof, Gerhard Romeike, Leiter der REHAU Ausbildungswerkstatt, Michael Forst, Lehrer an der Berufsschule Hof, Mentor Lukas Hanft, Landrat Dr. Oliver Bär und Eva Moder, Mitarbeiterin REHAU Ausbildung.

Fotos: REHAU AG