5. Oktober 2026

„Vergiss-mein-nicht-Gottesdienst“ spricht alle Menschen mit allen Sinnen an

Rund 60 Menschen kamen in die Hofer Michaeliskirche, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern – unabhängig davon, ob sie regelmäßig eine Kirche besuchen, mit Demenz leben oder eine geistige oder körperliche Beeinträchtigung haben. Beim „Vergiss-mein-nicht-Gottesdienst“ steht deshalb im Mittelpunkt: Jeder Mensch ist willkommen. Pfarrerin Annette Jahnel eröffnete den besonderen ökumenischen Gottesdienst in einfacher Sprache. Organisiert wurde er von der Lokalen Allianz für Menschen mit Demenz im Hofer Land in Kooperation mit der Evangelischen Erwachsenenbildung Hochfranken, der Katholischen Erwachsenenbildung in Stadt und Landkreis Hof e. V., den Offenen Hilfen der Lebenshilfe Hof sowie der Alzheimer Gesellschaft Regionalgruppe Hof/Wunsiedel e. V.

Im Mittelpunkt stand das Thema Dankbarkeit. Ein Anspiel griff dabei eine Erfahrung auf, die viele Menschen kennen: „Irgendwie ist gerade alles schwer. Es gibt gerade nichts Schönes, worüber ich mich freuen kann.“ Eine zweite Darstellerin machte Mut, den Blick auf die kleinen Dinge des Alltags zu richten: „Manchmal hilft es, auf die kleinen Dinge zu schauen, für die wir jeden Tag dankbar sein können.“ Vier Symbole begleiteten die Besucherinnen und Besucher durch den Gottesdienst: Die Sonne stand für Licht und Wärme, das Brot für Nahrung und das, was der Körper zum Leben braucht. Ein rotes Herz symbolisierte die Liebe und Zuwendung anderer Menschen. Die Rose erinnerte an die schönen Dinge des Lebens. Die Symbole tauchten auch in der Predigt wieder auf. Bekannte Danklieder luden zum Mitsingen ein und wurden von den Gästen mit Rhythmusinstrumenten begleitet. So wird der Gottesdienst nicht nur gehört, sondern auch gesehen, gefühlt und aktiv mitgestaltet. Die Besucher erhielten eine Segnung mit duftendem Öl. Vertraute Elemente wie das „Vater unser“ gaben dem Gottesdienst einen Abschluss.

„Unser Gottesdienst soll Menschen unabhängig von ihren Fähigkeiten und ihrer Lebenssituation erreichen“, ist der Gedanke, der das Organisationsteam verbindet. Einfache Sprache, bekannte Lieder, Symbole und sinnliche Erfahrungen machen es möglich, dass alle den Gottesdienst auf ihre eigene Weise erleben können. Im Anschluss gab es Kaffee und Kuchen. Die gemeinsame Begegnung gehörte dabei ebenso zum Konzept wie der Gottesdienst selbst.

Beteiligt an der Vorbereitung und Durchführung waren Anette Jahnel, Jens Güntzel, Nicole Tratzmüller, Heidi Sprügel, Michaela Meusel, Silvia Lottes, Monika Köppel-Meyer, Ute Hopperdietzel und Georg Stanek: „Der „Vergiss-mein-nicht-Gottesdienst“ soll keine einmalige Veranstaltung bleiben: Er soll zu einer Tradition werden – als Gottesdienst für alle Menschen.“

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5. Oktober 2026