Schauspielabend macht Mut im Umgang mit Parkinson und Depression

Ein berührender Theaterabend mit einer wichtigen Botschaft: Im Rahmen der Bayerischen Demenzwoche veranstaltete die Lokale Allianz für Menschen mit Demenz im Hofer Land das Schauspiel „Kleine Schritte“ im Studio des Theaters Hof. Rund 90 Besucherinnen und Besucher erlebten einen Abend, der informierte, bewegte und vor allem Mut machte.
Im Mittelpunkt des Stücks stehen Alfons, gespielt von Wolfgang Krebs, dem Leiter des Schlosstheaters Thurnau, und Ruth, verkörpert von Claudia Kurrle. Die beiden begegnen sich zufällig an einer Bushaltestelle. Jeden Donnerstag treffen sie sich dort auf einer Bank und kommen miteinander ins Gespräch.
Alfons lebt mit der Parkinson-Krankheit – eine Rolle, die Wolfgang Krebs mit großer persönlicher Authentizität und eindrucksvoller Präsenz verkörpert. Ruth wiederum wagt sich Schritt für Schritt aus ihrer Isolation und beginnt, über ihre Depressionen zu sprechen. Aus zunächst vorsichtigen Begegnungen entwickelt sich eine besondere Verbindung, die beiden neue Perspektiven eröffnet.
„Kleine Schritte“ ist ein Stück über Krankheit, Einsamkeit, Begegnung und den Mut, das Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen. Besonders beeindruckt zeigte sich das Publikum von der Darstellung von Wolfgang Krebs. Der Schauspieler lebt selbst mit Parkinson und ist zugleich sportlich aktiv: Im Herrendoppel von PingPongParkinson wurde er 2025 Deutscher Meister. Seine persönliche Geschichte und sein Engagement machen sichtbar, dass eine Erkrankung nicht das Ende gesellschaftlicher Teilhabe bedeuten muss.
Neben der Theateraufführung erhielten die Gäste zahlreiche Informationen zu Parkinson und Depression. Drei Selbsthilfegruppen aus dem Hofer Land stellten ihre Arbeit vor:
- die Parkinson-Selbsthilfegruppe für Betroffene und Angehörige,
- die Selbsthilfegruppe „Loslassen“ für Menschen mit Depressionen,
- die Selbsthilfegruppe für Angehörige depressiver Menschen.
Im Foyer präsentierten sich zudem zahlreiche Kooperationspartner der Lokalen Allianz. Die Angebote reichten von Informationen zu Senioren, Demenz und Pflege bis hin zu geschulten Kulturanbietenden, die ihre künstlerisch-kreative Workshops vorstellten.
Das Interesse war groß, der Austausch rege. Betroffene, Angehörige und Interessierte nutzten die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, Fragen zu stellen und Kontakte zu knüpfen.
„Auch einem schweren Thema kann mit Leichtigkeit begegnet werden und Mut machen, am gesellschaftlichen Leben trotz Erkrankung teilzuhaben“, sagte Ute Hopperdietzel, Koordinatorin der Lokalen Allianz für Menschen mit Demenz im Hofer Land, zum Abschluss des Abends.
Wer Unterstützung oder den Kontakt zu einer passenden Selbsthilfegruppe sucht, kann sich an die Selbsthilfekontaktstelle der Diakonie Hochfranken wenden: Telefon: 09281/540390590, E-Mail: selbsthilfe-kontakt@diakonie-hochfranken.de.





