Adipositas, Bluthochdruck, Rückenschmerzen, Gelenkkrankheiten oder Diabetes – das sind nur einige der insgesamt zwölf Krankheitsbilder, die der neue Gesundheitsatlas Pro der AOK näher beleuchtet. Bayernweit erhebt die Krankenkasse für 96 Städte und Landkreise entsprechende Daten, um die gesundheitliche Lage vor Ort sichtbar zu machen.
Die Ergebnisse für Stadt und Landkreis Hof wurden nun vorgestellt. Sie bilden ab, dass das Hofer Land bei allen untersuchten Krankheiten teils deutlich über dem bayerischen Schnitt liegt. Die Daten sollen nun dazu dienen, Bedarfe erkennbar zu machen und gezielt entsprechende Maßnahmen zu planen. Eine der Fokus-Zielgruppen sind Kinder, Jugendliche und deren Familien. Gesunde Ernährung, mehr Bewegung oder frühe Aufklärung in Kitas, Schulen und Familien können Ansatzpunkte sein, um einen gesünderen Start ins Leben zu ermöglichen. „Ziel ist es, mehr gesunde Lebensjahre für jeden einzelnen zu erreichen“, so AOK-Direktor Wolfgang Hofmann.
Genau hier setzt das Projekt „Schule isst gesund“ der Gesundheitsregion Plus Hofer Land an, das von der AOK Bayern gefördert wird. Ernährungsgewohnheiten werden von Klein an geprägt. Übergewicht und Adipositas sind wichtige Präventionsthemen, da diese Auslöser für zahlreiche Folgekrankheiten sein können. Da viele Kinder heute in der Ganztagsbetreuung sind, gewinnt die dortige Verpflegung an Bedeutung. Hier setzt „Schule isst gesund“ an: Im Rahmen des Projektes wird zunächst an 67 Schulen und Horten eine Bedarfsermittlung durchgeführt, die den aktuellen Stand mit Schwächen, Stärken und dem Handlungsbedarf bei der Schul- und Hortverpflegung im Hofer Land abbildet. Befragt werden dabei neben Schulträgern auch Caterer, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler. In einem weiteren Schritt soll dann die Analyse der erhobenen Daten die bestehenden Chancen und Hürden für eine Verbesserung der Schulverpflegung sichtbar machen. Auch das Potenzial regionaler, saisonaler und – wo möglich – biologischer Lebensmittelproduktion hat man dabei im Blick. Am Ende wird ein Abschlussbericht als Transparenz- und Arbeitsgrundlage für Politik, Schulen, Träger und Partner erstellt.
Die Befragungen laufen aktuell noch. Eine Zwischenbilanz bildet aber bereits ab, dass die Einrichtungen weniger Handlungsbedarf sehen als die Eltern. Diese geben vor allem an, dass das angebotene Essen teils zu teuer sei oder geschmacklich Verbesserungspotential habe. Christian Stecher, Prokjektmanager „Schule isst gesund“, fasste den Kern zusammen: „Man muss bei diesem Thema auch realistisch und pragmatisch bleiben. Ziel sollte es sein, die Balance von gesunder Ernährung und dem, was gerne gegessen wird, zu finden.“
Gemeinsames Fazit aller Beteiligten: „Wir als Erwachsene müssen es den Kindern leicht machen, damit sie eine gute Chance haben, gesund aufzuwachsen.“



