TauSense macht die Messdaten von 140 Standorten im Landkreis Hof einfach zugänglich. Eine Karte zeigt alle Sensorstandorte mit ihren aktuellen Messwerten, sodass auf einen Blick erkennbar ist, an welchen Messstandorten die Bedingungen eine Glättebildung begünstigen. Im integrierten Dashboard lässt sich zudem nachvollziehen, wie sich die Werte im Zeitverlauf entwickeln.
Bauhöfe und Winterdienst erhalten damit einen frühzeitigen Indikator für mögliche Glätte, der ihre Einschätzung der Lage unterstützt. Darüber hinaus stehen die Live-Daten allen Interessierten sowie Bürgerinnen und Bürgern kostenfrei und ohne Anmeldung zur Verfügung.
Warum Glätte nicht überall gleich entsteht
Ob die Straße glatt wird, hängt stark von der Umgebung ab. Auf Brücken, in Senken oder an schattigen Waldstücken kühlt die Fahrbahn schneller aus als wenige hundert Meter weiter. Die Verhältnisse können sich deshalb schon auf kurzer Strecke deutlich unterscheiden.
Hinzu kommt, dass es verschiedene Arten von Glätte gibt. Schneeglätte, Glatteis oder überfrierende Nässe folgen in der Regel auf Niederschlag und sind dadurch leichter zu erkennen. Reifglätte bildet sich dagegen häufig in klaren, windstillen Nächten, auch ganz ohne Niederschlag, wenn sich Feuchtigkeit aus der Luft als dünne Eisschicht auf dem Asphalt absetzt. Auf der Fahrbahn ist sie oft kaum zu sehen.
Um genau solche Bedingungen frühzeitig sichtbar zu machen, wurden im Landkreis Hof an 140 Standorten Sensoren installiert. Ihre Daten werden digital zusammengeführt und sind in der App TauSense oder auf www.hoferland-digital.de für alle einsehbar. Das schafft eine Grundlage, um mögliche Glätte besser einzuschätzen und Einsätze des Winterdienstes gezielter zu planen.
Aufbau und Funktionsweise der Sensoren
Die Standorte der Sensoren wurden gemeinsam mit dem Kreisbauhof und den Bauhöfen aller 27 Kommunen festgelegt. So fließt die Ortskenntnis des Winterdienstes direkt in die Auswahl ein. Montiert sind die Geräte meist in drei bis fünf Metern Höhe, zum Beispiel an Straßenlaternen oder Pfosten.
Jeder Sensor besteht aus drei Bausteinen. Oben sitzt eine Wetterstation, die Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit erfasst. In der weißen Haube darunter misst ein Infrarotsensor die Oberflächentemperatur der Fahrbahn. Im Gehäuse am unteren Ende berechnet eine Platine daraus den Taupunkt. Dort sitzt auch die Sendeeinheit: Sie überträgt die Werte in der Regel alle zehn Minuten über das landkreiseigene Funknetz LoRaWAN, anschließend sind die Daten sofort online abrufbar.
Wem die Daten nützen
Besonders bei wechselnden Temperaturen ist entscheidend, wie kalt der Straßenbelag tatsächlich ist und wie nah er dem Taupunkt kommt. Genau das erfassen die Sensoren, und zwar an vielen Orten gleichzeitig.
So können die Bauhöfe ihre Kontrollfahrten und Streumaßnahmen besser auf die jeweilige Situation abstimmen und Einsätze bedarfsgerecht planen. Ob und wann ausgerückt wird, entscheidet weiterhin jeder Bauhof selbst, auf Grundlage seiner Erfahrung und der Lage vor Ort.
Da die Werte öffentlich zugänglich sind, haben auch Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, vor einer Fahrt nachzusehen und sich darauf einzustellen.
APP DOWNLOAD

Die App zur Taupunktsensorik im Landkreis Hof: aktuelle Sensordaten zur Einschätzung der Straßenverhältnisse, jederzeit griffbereit.





