RegioStrat-Projekt erfolgreich abgeschlossen – 19 Schlüsselprojekte sollen die regionale Energiezukunft voranbringen
Das Strategische Regionalentwicklungskonzept (SREK) „Energiezukunft Oberfranken-Ost“ ist fertig – jetzt geht es an die Umsetzung. Rund 40 Akteurinnen und Akteure aus Kommunen, Regionalplanung, Energiewirtschaft, Industrie, Kammern und Wissenschaft kamen Ende Oktober im Porzellanikon in Selb zusammen, um den erfolgreichen Abschluss der gemeinsamen Strategiearbeit und den Start in die nächste Projektphase zu markieren.
Unter dem Motto „Energiezukunft Oberfranken-Ost aktiv gestalten und begleiten – von der Strategie zum Tun“ stand die Frage im Mittelpunkt, wie aus den Ergebnissen des SREK konkrete Projekte für die Region entstehen können. Das gemeinsam von den Landkreisen Bayreuth, Hof, Kulmbach und Wunsiedel i. Fichtelgebirge, den kreisfreien Städten Bayreuth und Hof sowie dem Regionalen Planungsverband Oberfranken-Ost erarbeitete Konzept umfasst ein Leitbild für das Jahr 2040, sechs Handlungsfelder und 19 Schlüsselprojekte.
Regionale Zusammenarbeit als Schlüssel
Nach der Begrüßung durch Klaus Gruber, Wirtschaftsförderung Landkreis Hof, und Alexander Popp, Wirtschaftsförderung Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge, hob Landrat Peter Berek die Bedeutung einer dezentralen, regional ausgerichteten Energieversorgung hervor. Mit dem „Wunsiedler Weg“ habe die Region bereits gezeigt, wie erneuerbare Energieerzeugung, regionale Wertschöpfung und Versorgungssicherheit miteinander verbunden werden können. Selbs Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch unterstrich als Gastgeber die Bedeutung der interkommunalen Zusammenarbeit bei der Energiewende.
Auch von Bund und Freistaat erhielt die Region Anerkennung für den eingeschlagenen Weg. Rupert Kawka, Leiter des Referats „Raumentwicklung“ im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), würdigte in seiner Grußbotschaft insbesondere die breite Vernetzung und die gelebte Zusammenarbeit über Kreisgrenzen hinweg. Oberfranken-Ost habe das Bundesprogramm RegioStrat im Sinne seiner Zielsetzung genutzt und die Energiewende als Chance für Energiesouveränität, Resilienz und regionale Wirtschaftskraft verstanden.
Muna Kopfmüller vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Energie betonte die Bedeutung der nun anstehenden Umsetzung konkreter Maßnahmen gemeinsam mit regionalen Netzwerkpartnern. Martin Füßl, Regionsbeauftragter für Oberfranken-Ost bei der Regierung von Oberfranken, stellte die Verbindung von Regionalplanung und Umsetzung heraus: „Mit ‚Energiezukunft Oberfranken-Ost‘ macht das Projekt genau da weiter, wo die klassische Regionalplanung aufhört. Das ist absolut zukunftsweisend.“

Genug Energie – aber nicht immer zur richtigen Zeit
Klaus Gruber und Alexander Popp zeichneten zunächst den Weg von der Projektidee bis zum fertigen Konzept nach. Ausgangspunkt war die Erkenntnis, dass zentrale Herausforderungen der Energiewende – vom Netzausbau über Speicher bis zur Versorgung energieintensiver Unternehmen – nicht an Landkreisgrenzen enden. Das 2024 in das Bundesprogramm „RegioStrat – Strategische Impulse für die Regionalentwicklung“ aufgenommene Projekt brachte deshalb die sechs Gebietskörperschaften und den Regionalen Planungsverband in einem gemeinsamen Strategieprozess zusammen. Fachlich begleitet wurde dieser durch das Institut für Energietechnik (IfE) und B.A.U.M. Consult.
Einen zentralen Befund der Untersuchungen stellte Maximilian Conrad vom Institut für Energietechnik vor: Oberfranken-Ost erzeugt bereits erhebliche Mengen erneuerbaren Stroms. Allerdings fallen Erzeugung und Verbrauch zeitlich häufig auseinander. Entscheidend ist daher künftig nicht nur, wie viel erneuerbarer Strom erzeugt wird, sondern auch, wann und wo er genutzt werden kann. Dafür müssen erneuerbare Energien, Stromnetze, Speicher und flexible Verbraucher stärker miteinander verknüpft werden.
Sandra Giglmaier von B.A.U.M. Consult stellte anschließend das gemeinsame Leitbild für 2040 unter dem Leitsatz „Energie aus der Region – für die Region“ sowie die sechs Handlungsfelder des SREK vor. Ziel ist eine sichere, bezahlbare und krisenfeste Energieversorgung, die überwiegend auf regional erzeugten erneuerbaren Energien basiert.
„Mut haben und einfach machen!“
Wie die Energiewende konkret in Kommunen, Unternehmen und regionalen Initiativen vorangebracht werden kann, diskutierten anschließend sechs Vertreterinnen und Vertreter aus der Region. Unter Moderation von Sandra Giglmaier brachten Ingried Flieger (Landkreis Kulmbach), Sebastian Norck (Landkreis Bayreuth), Dr. Roland Wuttke (UBT Future Energy Lab GmbH), Philipp Ehrler (Sandler AG), Karl Philipp Ehrler (Bürger-Energie ProRegion eG) und Speichersdorfs Erster Bürgermeister Christian Porsch ihre unterschiedlichen Perspektiven ein.
Dabei wurde deutlich, dass in Oberfranken-Ost bereits zahlreiche Initiativen, Kompetenzen und Netzwerke vorhanden sind, auf denen aufgebaut werden kann. Die gemeinsame Botschaft aller Beteiligten lautete: „Mut haben und einfach machen!“
Das SREK ist fertig – jetzt beginnt die Umsetzung
Wie es nach Abschluss des RegioStrat-Projektes weitergehen soll, erläuterte Lara Meister vom Regionalen Planungsverband Oberfranken-Ost. Vorbehaltlich einer Förderzusage soll dort ab 2027 ein Umsetzungsmanagement eingerichtet werden. Dieses soll als zentrale Anlaufstelle die regionale Zusammenarbeit koordinieren, Netzwerke zusammenführen und die Umsetzung der Schlüsselprojekte begleiten.
Zum Abschluss konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die 19 Schlüsselprojekte informieren, die jetzt gestartet werden, Kontakte vertiefen und erste Gespräche über die nächsten Umsetzungsschritte führen. Ein gemeinsames Gruppenfoto setzte ein sichtbares Zeichen für die Zusammenarbeit in Oberfranken-Ost.
Hintergrund des Projektes
Das Projekt „Energiezukunft Oberfranken-Ost“ wurde 2024 in das Bundesprogramm „RegioStrat – Strategische Impulse für die Regionalentwicklung“ des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) aufgenommen und durch den Bund gefördert. Ziel war es, die Energiezukunft der Region über kommunale Grenzen hinweg gemeinsam zu gestalten und die Energiewende mit regionaler Wertschöpfung, Versorgungssicherheit und wirtschaftlicher Entwicklung zu verbinden. In Zusammenarbeit mit den sechs Gebietskörperschaften und dem Regionalen Planungsverband Oberfranken-Ost entstand so ein gemeinsamer strategischer Handlungsrahmen, der fachliche Analysen mit konkreten Projekten für die Umsetzung verbindet.
Informationen zur Strategie und zu den Umsetzungsprojekten finden Sie auch unter https://energiezukunft.planungsverband-oberfranken-ost.de