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Projekte 2011 mit dem Partnerlandkreis Ilawa (Polen)

1. Delegation aus Partnerschaftslandkreis Ilawa
Polen besucht Landkreis Hof

Auf Einladung von Landrat Hering reisten am 21. Februar 2011 neben Landrat Macej Rygielski elf Vertreter des Partnerschaftslandkreises Ilawa aus den Bereichen der Jugendarbeit, des Schulwesens und der Wirtschaft in den Landkreis Hof. Ziel des Projekts ist die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen beiden Partnerlandkreisen.
Beiden Partnern ging es dabei hauptsächlich darum, die bisher so positive Zusammenarbeit fortzuführen und den Erfahrungsaustausch zwischen beiden Landkreisen zu intensivieren. Außerdem sollten im Bereich der Kultur- und Jugendarbeit gemeinsame Projekte 2011 erarbeitet und erörtert werden. Um der Partnerschaft „Leben zu geben“ und sie auszugestalten, wird bei der Festlegung gemeinsamer Projekte für 2011 weiter großer Wert auf die Herstellung von Kontakten zwischen Jugendlichen gelegt werden.

Im Bereich der Wirtschaft speziell des Lebensmittelsektors wurden neue Kontakte hergestellt mit dem Ziel einer künftigen Zusammenarbeit (z.B. Diskussion über etwaige Absatzmöglichkeiten fränkischer Produkte im Landkreis Ilawa und umgekehrt).

Stiftung, Deusch-Polnische ZusammenarbeitDie Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit hat die Gemeinnützigkeit und Überregionalität dieses modellhaften Projektes anerkannt und entsprechende Fördermittel bewilligt.

Höhepunkt des Programms für die polnischen Gäste war sicherlich der „deutsch-polnische“ Abend im Rittersaal des Landgasthofes Braukeller Fattigau am Dienstag, 22.02.2011, wo den Gästen mehrere regionale Anbieter ihre Getränkespezialitäten vorstellten und Kostproben gaben.

Für die Gäste hatten Herr Dr. Georg Löw, Leiter der Abteilung Veterinärwesen/Lebensmittelüberwachung, und Frau Christine Franz, Mitarbeiterin der Hauptverwaltung des Landkreises Hof, für ein abwechslungsreiches Programm gesorgt. Neben dem Textilmuseum Helmbrechts und der Autobahnmeisterei Münchberg wurden die Gäste auch im Gymnasium Münchberg von Herrn Direktor Koppitz und Herrn Bürgermeister Fein empfangen. Die Sanierung der Schulen im Rahmen des PPP-Projektes wurde am konkreten Beispiel präsentiert. Zudem lieferte Herr Kreisheimatpfleger Bertram Popp am Mittwoch nach einer Besichtigung der Fa. Südleder in Rehau, wertvolle Informationen zur Geschichte der Pilgramsreuther Kirche. Dort erhielten die Gäste auch ein kleines Präsent vom Bürgermeister der Stadt Rehau überreicht.

Im Bereich der Jugendarbeit wurden mit den Partnern zwei Projekte konkretisiert und besprochen. Über den Besuch des Jugendblasorchesters der Schule „Helden des Jahres 1939“ in Schwarzenbach a. d. Saale freut sich Landrat Bernd Hering sehr. Zudem ist auch wieder ein außerschulischer Jugendaustausch mit dem Thema „Ökologie“ im Juli 2011 geplant. Zu beiden Projekten wurden Zielsetzungen sowie auch einzelne Programmpunkte mit Herrn Landrat Rygielski ausgetauscht und abgestimmt.
 

2. Praktikum von Alexandra Dajnowiec, Olsztyn, beim Abfallzweckverband, im Landesamt für Umwelt und im Landratsamt Hof

Aleksandra Dajnowiec stammt aus Olsztyn, einer Stadt im Norden Polens. Sie ist Umweltingeneurin und arbeitet im Marschallamt des Verwaltungsbezirks Emsland-Masuren in der Abteilung Internationale Zusammenarbeit und Auslandsinvestitionen. In ihrer Tätigkeit für das Marschallamt ist sie unter anderem für die Stadt und den Landkreis Ilawa zuständig. Im Rahmen der sehr guten Zusammenarbeit mit dem Partnerlandkreis war es ein weiterer logischer Schritt, Frau Dajnowiec eine Praktikumsstelle anzubieten, um die Beziehung mit den Partnern aus Polen zu vertiefen. Sowohl beim Landratsamt Hof, beim Landesamt für Umwelt und beim Abfallzweckverband verschaffte sie sich einen Einblick in die dortigen Aufgabenbereiche. Bei ihren Stationen war es Frau Dajnowiec besonders wichtig, viel zu lernen: "Mein Schwerpunkt liegt auf der Abfallwirtschaft. Ich informiere mich über die deutschen Sammel- und Gebührensysteme und darüber, wie der Abfallzweckverband aufgebaut ist. So etwas gibt es bei mir zu Hause nicht." Initiator und Vermittler des Praktikums war Herr Matthias Worst vom Landesamt für Umwelt.

Frau Dajnowiec war nicht die einzige, die von dem Austausch profitierte. Die „Umwelterziehung“ gehört zum Aufgabenbereich des Abfallzweckverbandes. So besuchte sie gemeinsam mit Herrn Knoblich, Geschäftsführer des Abfallzweckverbandes, Schulen im Landkreis. Dort erzählte Dajnowiec von ihrer Heimat und brachte den Schülern polnische Kultur nahe. Nach dem Vortrag bastelten alle zusammen Bilder mit polnischen Motiven aus Recyclingmaterialien. Von Februar bis Ende Mai war die Polin in Hof und sammelte im Rahmen des Austauschprogramms berufliche Erfahrungen. Die Robert-Bosch-Stiftung unterstützte sie finanziell mit einem Stipendium für Nachwuchsführungskräfte.

 

3. Besuch des Jugendblasorchesters aus Ilawa vom 1. bis 3. Juli 2011

Nach dem Motto „Musik verbindet“ besuchten insgesamt 45 junge Musiker aus Ilawa mit ihren vier Betreuern und zwei Dolmetschern den Landkreis Hof. Das Jugendblasorchester war damit der Einladung der Musikschule des Landkreises Hof mit 32 deutschen Teilnehmern gefolgt.

Die bereits bestehenden Freundschaften im Rahmen der Partnerschaft konnten weiter auf Ebene der Jugend ausgebaut und gefestigt werden mit dem Ziel, daraus Eigeninitiativen zu initiieren. Die Organisation des Projektes mit Programmgestaltung sowie auch die finanzielle Abwicklung lag beim Landkreis Hof in Kooperation mit der Musikschule des Landkreises Hof unter Leitung von Eva Gräbner.

Am Tag der Anreise wurde bereits vor dem Abendessen im Beisein der Gasteltern gemeinsam musiziert, das Jugendblasorchester gab im Schülerwohnheim Rehau mit mehreren Stücken sein Können zum Besten. Anschließend trug das Akkordeonorchester der Musikschule einige Musikstücke vor. Die Aufteilung der Gäste in die Familien war aufwendig, verlief jedoch problemlos. Im Vorfeld konnten für fast alle Musiker Familien zur Übernachtung gefunden werden, vornehmlich bei Familien von Musikschülern aus dem Landkreis Hof. Ein kleiner Teil der Musiker mit Betreuern und Übersetzern übernachtete im Schülerwohnheim Rehau. Am Samstagvormittag wurde gemeinsam die Altstadt in Hof erkundet. Die vom Vorabend noch eher zaghaften Kontakte unter den Jugendlichen intensivierten sich beim Stadtrundgang und gemeinsamen Einkaufsbummel sehr schnell. Anschließend stand eine Führung im Deutsch-Deutschen Museum auf dem Programm mit einem Einblick in die schwierige deutsche Vergangenheit, speziell der hier im Landkreis Hof lebenden Menschen.
Ein erster musikalischer Höhepunkt war der öffentliche Auftritt des Orchesters in Schwarzenbach a. d. Saale bei der Veranstaltung „Schwarzenbach klingt“. Dort setzte das Blasorchester zusammen mit mehreren heimischen Musikgruppen und einer anderen polnischen Tanzgruppe (Partnerstadt Schwarzenbach a. d Saale) künstlerische Akzente. Der Nachmittag war Beweis dafür, dass durch die Weltsprache der Musik jede Sprachbarriere spielend überwunden werden kann. Trotz schlechtem Wetter musizierte man bis zum Abend ohne Pause und des ergaben sich viele Gespräche und Begegnungen zwischen den teilnehmenden Jugendlichen untereinander als auch zwischen den polnischen Gästen, den Zuhörern und den anderen Musikanten der Veranstaltung.
Speziell dieser öffentliche Auftritt der Gäste trug dazu bei, zwischenmenschliche Beziehungen herzustellen, die Kultur des anderen Partners kennen zu lernen und Vorurteile abzubauen. Das Publikum bestand aus Einwohnern der Stadt, den Gasteltern, Freunden und Gönnern der Musikschule und weiteren Interessierten, die durch die Presse auf die deutsch-polnische Begegnung aufmerksam gemacht worden waren.

Am Sonntagvormittag begaben sich Gastgeber und Gäste gemeinsam zu einem katholischen Gottesdienst, den das Orchester musikalisch ausgestaltete. Im Anschluss gab das Orchester spontan noch ein kleines „Konzert“ für die Besucher des Gottesdienstes und erntete dafür großen Beifall. Aufgrund schlechten Wetters musste leider der weitere öffentliche Auftritt im Botanischen Garten anlässlich des Rosenfestes abgesagt werden, die Gäste traten bereits nach dem Mittagessen ihre Heimreise an.

Insgesamt nahmen an dem Projekt 83 Personen teil, die ihren Beitrag zum polnisch-deutschem Erfahrungsaustausch lieferten. Mit diesem Zuspruch hatte man seitens des Projektträgers bei Planung des Projektes nicht gerechnet.
Zuschüsse gab es von der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und dem Bezirksjugendring aus Mitteln der Oberfrankenstiftung. Erfreulich war bei dem Projekt, dass sich so viele Familien aus dem Landkreis Hof für eine Unterbringung der Gäste meldeten und die jungen Leute so herzlich aufnahmen. Dieser „Familienanschluss“ war ein Zeichen menschlicher Verbundenheit und eine Geste des freundschaftlichen Aufeinanderzugehens für die Partnerschaft mit Ilawa.

Mit bestem Big-Band-Sound zeigte die polnische Jugendblaskapelle unter der Leitung des Kapellmeisters Bogdan Olkowski ihr Können und bewies mit ihrem breit gefächerten Repertoire ein hohes Niveau, ebenso die Aufführungen der dazugehörenden Tanzgruppe. Man war bei der Planung und Durchführung des Projektes sich durchaus dessen bewusst, dass das Jugendblasorchester gewöhnlich vor einem viel größerem Publikum musiziert und bereits zahlreiche internationale Auftritte, u. a. sogar beim Pabst, verzeichnen kann. Diesem Anspruch konnte man vor allem aufgrund des leider so schlechten Wetters nicht gerecht werden. Die Zusage aus Ilawa, der Einladung der Musikschule zu folgen, war aber umso mehr ein Zeichen für die ausgezeichnete und unvoreingenommene Zusammenarbeit beider Partnerlandkreise. Ein tolles polnisch-deutsches Musikwochenende  

ILawa 2011 Jugendblasorchester 1_Teaser     ILawa 2011 Jugendblasorchester 2_Teaser

 

4. Inliner für die Gäste aus Polen – ein Geschenk der Humanitären Hilfe Töpen

Über ein besonderes Abschiedsgeschenk konnten sich die jungen Musiker aus Ilawa freuen: Herr Manfred Nürnberger von der Humanitären Hilfe aus Töpen übergab zum Abschied symbolisch ein paar Inliner, 380 Paar hatte er schon am Vortag auf dem Weg nach Ilawa zur Verteilung an die dortige Jugend geschickt. Mit großem Beifall wurde das Geschenk quittiert. Der Vorsitzende des Kreisrates aus Ilawa, Herr Stanislaw Ewertowski, bedankte sich im Namen des Landkreises sehr herzlich. Für Nürnberger war es keine Frage, dieses besondere Gastgeschenk zur Verfügung zu stellen. Landrat Bernd Hering und er seien sich schnell einig gewesen, das wäre das richtige Geschenk für die Jugend des Partnerschaftslandkreises aus Polen. Die Inliner sollen als Zeichen des Dankes für die so hervorragende und vertrauensvolle Zusammenarbeit im Rahmen der schon über zwei Jahre bestehenden Partnerschaft an die dortige Jugend übergeben werden. Bei der „offiziellen“ Übergabe an den Kreisratsvorsitzenden wies Nürnberger darauf hin, dass vor allem die Jugend ein Garant für ein Wachsen des partnerschaftlichen Gedankens zwischen den beiden Landkreisen sei. Dementsprechend sollte auch gerade deren Engagement bei der Partnerschaftsarbeit honoriert werden, damit sich noch viele Begegnungen auf vielen Ebenen ergeben.

 

5. Außerschulischer Jugendaustausch in Kooperation mit dem Kreisjugendring Hof

Vier Tage lang waren 16 junge Leute mit ihren drei Betreuern aus Ilawa im Landkreis Hof zu Gast und hatten Gelegenheit, nach dem Motto „Freizeit und Ökologie“ das Hofer Land und seine Leute kennen zu lernen. Für ein abwechslungsreiches Programm hatten Herr Kreisjugendpfleger Robert Sandig in Zusammenarbeit mit Frau Stefanie Zahn vom Kreisjugendring Hof, Frau Christine Franz, zuständig für die Partnerschaft im Landratsamt Hof, und Herr Matthias Worst gesorgt. Für einige Teilnehmer war es schon der zweite Besuch im Landkreis Hof, so dass schnell erste Hemmschwellen abgebaut waren und sich auch Freundschaften unter den Jugendlichen beider Landkreise entwickelten. Bei den Besuchern handelte es sich um Vertreter des dortigen Jugendparlamentes.

Zusammen mit Jugendlichen aus dem Landkreis Hof besuchten die Gäste die Ökostation und den Jugendtreff „Pur“ in Helmbrechts, das deutsch-deutsche Museum in Mödlareuth sowie auch den Kletterpark am Untreusee in Hof. Zudem konnte die Gruppe ihre Team- und Koordinationsfähigkeit auch auf den Wasser prüfen: Auf dem Programm stand nach einem Besuch des Reichsparteitagsgeländes in Nürnberg, eine „Rafting–Bootsfahrt“ auf der Rednitz (Landkreis Fürth), die Herr Matthias Worst vom Landesamt für Umwelt zusammen mit dem Chef des Wasserwirtschatsamtes Nürnberg, Herrn Fitzthum, organisiert, hatte. Das Projekt hat einmal mehr gezeigt, dass gerade die Jugend wesentlich dazu beiträgt, dass die Partnerschaft nicht nur formal besteht, sondern auch in den Herzen der Menschen angekommen ist. Man ist unvoreingenommen und aufgeschlossen gegenüber der anderen Kultur aufeinander zugegangen und hat unvergessene Tage miteinander verbracht. Zu danken ist dem Kreisjugendring Hof für die fachliche Unterstützung und Begleitung des Projektes. Die Organisation, insbesondere die finanzielle Abwicklung, des Projektes und Abstimmung mit dem Kooperationspartner, lag in Händen des Landkreises.

Für den Jugendaustausch wurde die finanzielle Unterstützung des Deutsch-Polnischen Jugendwerkes in Aussicht gestellt, welches die Überregionalität und Gemeinnützigkeit des Projektes ausdrücklich anerkennt.

Obwohl schon eine frühzeitige Ausschreibung des Projektes zur Teilnahme von Jugendlichen aus dem Landkreis Hof über den Kreisjugendring erfolgt ist, lagen bis 1 Woche vor Projektbeginn nicht genügend Anmeldungen von deutscher Seite vor. Herrn Matthias Worst ist es gelungen, -wie auch im Vorjahr -, doch noch Jugendliche vornehmlich aus seinem Heimatort Köditz zur Teilnahme zu motivieren. Nach wie vor gilt es, Hemmschwellen und Vorurteile bei der hiesigen Jugend für Kontakte nach Polen abzubauen.

Ilawa, Jugendaustausch 2011 1 Teaser   Ilawa, Jugendaustausch 2011 2 Teaser

 

6. Vermittlung einer Partnerschule aus Ilawa für ein Begabtenprojekt am Jean-Paul-Gymnasium Hof

Das Seminar für leistungsstarke Schülerinnen bzw. Schüler widmete sich dem Thema „Polen“ mit den Schwerpunkten Geschichte, Kultur, Schulsysteme und Sprache. Dazu wurde über den Landkreis Hof eine Partnerschule vermittelt, die Stefan – Zeromski - Schule in Ilawa. Zudem war man bei Förderanträgen und grundsätzlichen Fragestellungen zur Realisierung des Projektes behilflich.

Schülerinnen und Schüler des Jean–Paul–Gymnasiums Hof besuchten im Juli für vier Tage den Partnerlandkreis Ilawa. In der Zeit vom 8.10.2011 bis 14.10.2011 war eine Jugendgruppe aus Ilawa zu Gast hier in Hof und lernte „Land und Leute“ kennen.